Ein Fest der Vielfalt – Eröffnung der 111. Saison im Wiener Konzerthaus mit Pauken und Trompeten

Nabucco, I Lombardi, Ernani, Don Carlos, Macbeth, Il trovatore, La forza del destino und Aida – wunderbar vertraute Melodien aus diesen Opern Giuseppe Verdis bringen das Orchestra und der Coro del Teatro alla Scala unter seinem Chefdirigenten, Riccardo Chailly, am 4. September im Großen Saal zu Gehör. Damit wird die 111. Saison im Wiener Konzerthaus glanzvoll eröffnet, eine Saison, die viele bemerkenswerte, vor allem aber unbedingt hörenswerte musikalische Jubiläen feiert. Das Eröffnungskonzert macht dabei den grandiosen Auftakt: Giuseppe Verdis Geburtstag, dessen Karriere von der Mailänder Scala aus seinen weltweiten Siegeszug nahm, jährt sich heuer zum 210. Mal. Die Aufführung seiner Messa da Requiem am 28. Oktober mit dem Orchester und Chor der WienerVolksoperund der Wiener Singakademie unter Omer Meir Wellber ist ebenfalls dem großen italienischen Komponisten gewidmet.

Internationale Orchester, großartige Solist:innen und besondere Jubiläen

17 große internationale Orchester sind in der kommenden Saison zu Gast, besonders hervorzuheben ist der Besuch der drei großen Pariser symphonischen Orchester, 177 Debüts von Künnstler:innen oder Ensembles und viele Jubiläen, aber vor allem die lebendige Vielfalt der Musik werden heuer im Wiener Konzerthausgefeiert. Vor 110 Jahren, am 19. Oktober 1913, wurde das Wiener Konzerthaus als erstes Haus dieser Stadt für die Begegnung von Menschen mit Musik, Kunst und Kultur eröffnet. Seither steht es – als gemeinnütziger, privater Verein – wie kein anderes für Offenheit und Innovation, dafür neuer Musik die Türen zu öffnen und die kulturelle Tradition achtend zeitgemäß relevanten Interpretationen der Klassik, aber auch Neuem und Überraschendem, der Moderne Raum zu geben.

Ein Fest der Vielfalt – Vorschau auf September und Oktober

Wenige Tage nach der Eröffnung steht ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm: Die Wiener Philharmoniker widmen sich am 8. September unter der Leitung von Jakub Hrůša ganz dem mittel- und osteuropäischem Repertoire. Beeindruckende 500 Jahre seines Bestehens feiert das Bayerische Staatsorchester, am Pult am 23.09. Vladimir Jurowski, mit Mahlers 4. Symphonie und mit dem Pianisten Yefim Bronfman in Schumanns Klavierkonzert a-moll. Auf Patricia Kopatchinkskaja, die eine der drei Porträtkünstler:innen dieser Saison ist, darf man sich am selben Abend im Kammerkonzert mit Reto Bieri und Polina Leschenko freuen. „Leuchtende Horizonte“ der Neuen Musik verspricht das erste Konzert des Klangforum Wien unter Ingo Metzmacher mit Werken von Webern, Varèse und Lachenmann am 24.09.

Wie stark und unmittelbar Musik berühren kann, wird in den Konzerten des inklusiven Zyklus klangberührt besonders deutlich. Im ersten Konzert aus diesem Zyklus am 26.09. begegnet Manu Delago zusammen mit Sängerin Isa Kurz und Pepe Auer dem Publikum im Schubert-Saal. Dem außergewöhnlichen, international gefeierten und grammy-nominierten Schlagzeuger widmet das Wiener Konzerthaus auch ein Porträt. Im zweiten Konzert seines Porträts im Oktober trifft Manu Delago auf den Singer-Songwriter Douglas Dare.
Die Musik des aserbaidschainischen PianistenIsfar Sarabski verschmilzt Einflüsse aus Folklore, Jazz und Klassik zu völlig neuen Klangwelten, in die er das Publikum mit seinem Programm Planet am Abend des 26.09. mitnimmt.

Die Lebenslinien von Peter Havlicek zeichnet das gleichnamige Wiener Lied Konzert anlässlich dessen 60. Geburtstages am 27.09. nach: Ein wunderbarer Abend in bester Brettl-Tradition gewürzt mit launigem Humor ist garantiert. Musik aus Wien eines völlig anderen Genres präsentieren schließlich EsRAP & Gasmac Gilmore unter dem Titel „Reden über Wien“ am 30.09. Und mit der fantastischen Musik des gefeierten Solopianisten und DJs Francesco Tristano & Cateenzum Stummfilmklassiker „Asphalt“ aus 1929 wird der Große Saal zum schönsten Kinosaal der Stadt.

Einen Tag danach nimmt ebendort Rudolf Buchbinderam Flügel Platz und bezaubert mit Beethoven, Schubert und Chopin; seinen Geburtstag am 1. Dezember feiert der Starpianist heuer übrigens auch im Wiener Konzerthaus mit Mozart im gleichnamigen Saal.

Und so abwechslungsreich wie bunt geht es weiter: Das RSO Wien mit Marin Alsop und Percussionistin Vivi Vassilevafeiern mit Strawinski, Cerha und einer Uraufführung die Neue Musik, Franz Welser-Möst startet mit dem Cleveland Orchestra in seinen neuen Zyklus im Wiener Konzerthaus und widmet sich ebenso wie die Wiener Symphoniker und Robin Ticciati Werken von Gustav Mahler. Das Orchestre Philharmonique de Radio France brilliert mit französischem Repertoire, die Accademia Bizantina bringt nach 20 Jahren Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ wieder in Originalklangbesetzung zur Aufführung. An der prächtigen Rieger-Orgel ist der virtuose Cameron Carpenter zu erleben, die Company of Music präsentiert exquisite Schätze der Chorliteratur aus fünf Jahrhunderten. Das Clayton-Hamilton Jazz Orchestra swingt mit der gefeierten Hammondorganistin Akiko Tsuruga, während das Wolfgang Muthspiel Trio Jazzfreunde im intimen Rahmen des Mozart-Saals begeistert. Musica Juventutis feiert mit Emmanuel Tjeknavorjan sein 40-jähriges Bestehen, die Musicbanda Franui gibt zu ihrem 30er ein „Ständchen der Dinge“ zum Besten. Mit Lou Asril und Wiener Blond feiern die Stehkonzerte-Fans „Bis in der Früh“. Und Ende Oktober wird der Große Saal zur musikalischen Arena, wenn der unvergleichliche Helge Schneider dort in der Big L.A. Show den letzten Torero gibt.

In 450 Veranstaltungen aus über 61 Zyklen treten 646 Ensembles und Solist:innen aus unterschiedlichen Musik-Genres für alle Altersgruppen (allein sieben Zyklen für junges und jüngstes Publikum von Cinello über Allez hop bis sound:chat und You(th)) in der kommenden Saison auf den Bühnen des Wiener Konzerthauses auf: Seien Sie neugierig auf spannende Begegnungen mit Musik im Wiener Konzerthaus und feiern Sie mit uns ein Fest der Vielfalt!

Bild Matthias Naske
Matthias Naske (c) Lukas Beck

„Das künstlerische Geschehen im Wiener Konzerthaus zeigt sich auch in der 111.Saison von seiner besten Seite. Das an diesem Ort geteilte Glück, die tausendfache Stimulation durch die besten Musiker:innen der Gegenwart und spannenden Programmen ist auf individueller Ebene eine tatsächlich unerschöpfliche Quelle an Freude und Teilhabe und auf abstrakter Ebene ein hoher zivilisatorischer Wert. Das Wiener Konzerthaus hat die substantielle Krise der in Summe fast einjährigen Unterbrechung des Spielbetriebs und die mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine verbundenen wirtschaftlichen Irritationen gut überstanden. Im Kern der Aktivitäten in diesem Haus steht in langer Tradition die immer neue Suche nach exzellenter Musik in all ihrer Vielfalt und das damit verbundene Versprechen gegenüber dem wunderbaren Publikum dieses Hauses alle Besucher:innen mit Neugier und Offenheit professionell zu begleiten.“, so Intendant Matthias Naske.

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