The Erlkings (c) Andrej Grilc

„Ein Feature mit Franzl höchstpersönlich wäre wohl das Beste, wir wetten er würde eine fiese Cow-Bell spielen“ – THE ERLKINGS im mica-Interview

Die Forelle im relaxten Rootsreggae, eine poppige Totengräber-Heimweh-Version mit balkanischen Elementen, ein Heidenröslein im charmanten Singersongwriter-Stil oder eine Seligkeit mit beschwingt gepfiffener Melodie. Genau diese Vielseitigkeit machen THE ERLKINGS aus. Die Formation aus vier Vollblutmusikern, welche sich der Musik von Franz Schubert verschrieben haben, besteht aus dem Sänger und Gitarrist BRYAN BENNER, GABRIEL HOPFMÜLLER am Blech, IVAN TURKALJ am Cello und THOMAS TOPPLER als Schlagwerker. Sie interpretieren und arrangieren die Schubert Lieder in englischer Sprache und machen ihre eigenen Versionen daraus. Der Erlkönig ist nicht nur Namensgeber sondern auch Teil ihres Stammrepertoires und auf ihrem Album „The Essential Collection“ zu hören. Das Interview führte Sophia Pfisterer.

Wie beschreiben Sie selbst Ihre Musik und welchem Genre ordnen Sie Ihre Musik zu?

The Erlkings: Unsere Schubert Lieder sind für eine neue Generation von Liedbegeisterten. Wir wollen mit der Verschmelzung der Genres des Deutschen Kunstliedes und der Musik des 21. Jahrhunderts zwei verschiedene Gruppen ansprechen. Die einen, die Schubert schon kennen und lieben und die anderen, die ihn noch nicht kennen. Wir wollen die Musik also für jedermann zugänglich machen!

Wie hat sich das Schubert Ensemble gegründet? 

The Erlkings: Bryan, der Initiator hat Thomas auf einer Tournee in Japan kennengelernt, der wiederum Gabriel aus Wien kannte, der wiederum Ivan, der gerade in Indien war, angerufen hat. Somit war das Ensemble komplett und wird bei Verhinderung nicht durch Zweitbesetzungen ausgetauscht sondern tritt dann minimiert auf.

Wieso interpretieren Sie die Lieder nicht auch auf Deutsch?

The Erlkings: Das Konzept der Erlkings hat sich durch unseren Sänger und Songwriter Bryan Benner entwickelt. Es war ihm ein Bedürfnis Schuberts Lieder in seiner Muttersprache singen zu können und hat daher begonnen die Texte auf Englisch zu rekonstruieren. Er ist aber nach wie vor von den deutschen Texten begeistert und singt sie gerne mit Klavierbegleitung. Unser Ziel ist es in 10 Jahren alle Liederzyklen von Schubert arrangiert, übersetzt und aufgenommen zu haben und dann natürlich auf der ganzen Welt zu spielen und zu verbreiten. 

Wie kam Ihre CD an und wie zufrieden sind Sie selbst damit? 

The Erlkings: Wir sind wirklich stolz, dass wir unsere erste CD durch Crowdfunding und damit durch die Unterstützung unserer Fans finanzieren konnten. Wir haben in einem tollen Studio aufgenommen und hatten wunderbare Leute fürs Mischen und Mastern – wir könnten also glücklicher nicht sein! Unsere Fans scheinen sie auch zu mögen, es werden laufend mehr Bestellungen.
Mit den Bestellungen der CDs steigern sich auch unsere jährlichen Auftritte, welche derzeit bei 15- 20 liegen. Unsere nächsten Auftritte sind in Klagenfurt im Stadttheater, in Berliner Radialsystem und in Mürzzuschlag im Kunsthaus Muerz. Und irgendwann wollen wir noch in der Carnegie Hall, der Elbphilharmonie und der Wigmore Hall spielen.

Woher nehmen Sie neue Inspirationen und was beeinflusst Sie?

The Erlkings: Inspirationen und Einflüsse gibt es natürlich viele, alleine schon weil wir vier ja aus unterschiedlichen musikalischen Richtungen kommen. Aber wesentlich waren sicher Peter Schreier, Franui und Elvis Presley für uns.

„Wir glauben, dass Schuberts Lieder so lange überlebt haben, weil sie etwas ganz fundamentales in uns berühren“

Welche Rolle spielt die Natur für Sie? 

The Erlkings: Die Natur ist für uns ganz wichtig! Ohne die Natur gäbe es ja ganz viele Schubertlieder gar nicht. Wir selbst waren auch schon in der Natur, um für unser neuestes Projekt einen Bach und ein Mühlrad aufzunehmen. Aber auch der Charakter ist ganz wesentlich. Wir glauben, dass Schuberts Lieder so lange überlebt haben, weil sie etwas ganz fundamentales in uns berühren. Seine Lieder beschreiben oft ganz kleine, einfache Dinge, ganz elegant und wunderschön ausgedrückt. Was kann da noch natürlicher sein?

Was ist das i- Tüpfelchen Ihrer Musik?

The Erlkings: Wenn wir uns für ein i-Tüpfelchen entscheiden müssen, ist es unsere Bühnenpräsenz – da kommt dann alles zusammen. Getoppt wird diese Präsenz durch unsere Outfits. Wenn zum Beispiel unser Tubist als Rose erscheint. 

Was ist für Sie der schönste Platz in Wien? 

The Erlkings: Der schönste Platz ist für uns die Goethe-Statue im 1. Bezirk in Wien. Er schaut immer so ernst, egal wie viele Vögel ihr Geschäft auf ihm erledigen.

Was ist für Sie der hässlichste Platz in Wien? 

The Erlkings: So etwas gibt es in Wien doch gar nicht!

Was kommt nach dem Happy End? 

The Erlkings: Normalerweise eine Zigarette. 

Ihr Lieblingsabschlusswort? 

The Erlkings: Danke!

Sophia Pfisterer

Der Erlkönig war Schubert’ s erstes gedrucktes Werk und erhielt die Opuszahl 1. Genauso bekommen „THE ERLKINGS“ für ihre außergewöhnliche Musik eine 1 verliehen. Für ihre Musik, ihr Charisma auf der Bühne, für ihr harmonisches und abwechslungsreiches Zusammenspiel und ihre phänomenalen Schubert Interpretationen erhalten „THE ERLKINGS“ eine 1 mit Sternchen.


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