DJane Teutonia feat. Didi Bruckmayr im Rhiz

Ein audiovisuelles Erlebnis der besonderen Art bieten kommenden Donnerstag, den 8. April, DJane Teutonia und Didi Bruckmayr den Besuchern des Wiener Rhiz. Unter dem Titel „Der mordtraurige Max – Nazi-schwule Larmoyanz-Barden-Songs nach Jonathan Litell“ wird die fiktive Hauptfigur aus Jonathan Litells’ Literatur-Ziegelstein „Die Wohlgesinnten“ in Wort, Musik und Performance weiter gezeichnet.

DJane Teutonia alias Casper G Zehner war in den Neunziger Jahren Mitglied des Grazer Noise-Performance-Kollektivs „Schlauch“ und anschließend Gründungsmitglied des Grazer Kollektivs „Nuocmam Buam“, das sich zum Ziel gesetzt hatte, eine Art Sub- und Low-Culture-Austausch Österreich – Vietnam zu betreiben. Nach diesen Kollektiven wurde DJane Teutonia unter dem Einfluss der Queer Theory und antideutscher Ideologie als Soloprojekt gestartet.

Didi Bruckmayr braucht man in Österreich wohl nicht mehr allzu großartig vorzustellen, ist er doch seit nunmehr vielen Jahren aus der heimischen Musiklandschaft kaum mehr wegzudenken. In seiner bereits langjährigen Karriere hat der Künstler so ziemlich jeden Bereich performativer Kunst abgedeckt – er war Schauspieler am Burgtheater, Stimm-Akrobat, Video-Artist, Tänzer, Multimedia-Genie. Als exzessiver und immer provozierender Frontmann der Bands Wipeout und Fuckhead erlangte Bruckmayr auch außerhalb der österreichischen Grenzen großes Ansehen. So vielfältig seine bisherigen Betätigungsfelder waren, so breit gefächert war und ist auch sein Musikverständnis. Es gibt kaum ein Genre, in dem sich der Tatoo-Liebhaber nicht schon einmal versucht hat.

Textlich schöpft man bei diesem Spektakel aus Jonathan Litell’s Texten aus „Die Wohlgesinnten“, aber auch aus Jean Genet’s „Das Totenfest“ sowie einem Gespräch zwischen Jean Genet und Hubert Fichte. Die musikalische Begleitung erfolgt nach einer Konzeption von DJane Teutonia via Laptop, der hauptsächlich Gustav-Mahler-Klangmaterial ausspuckt, aber auch Kompositionen von den Melvins, Shellac, Iannis Xenakis oder Pierre Boulez bereit hält. Für die stimm- und körpergewaltige Inszenierung zeichnet hier einmal mehr Didi Bruckmayr verantwortlich.

 

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