
Sie darf sich die erste Österreicherin nennen, die in o. g. College einen Studienplatz im „Contemporary Performance Master’s Program“ erhalten hat. Die dort erlebte Inspiration brachte das aktuellste Projekt Dea hervor, das mit einer EP des Genres Electronic Singer/Songwriting in den Startlöchern scharrt und in Spanien bereits den Weg auf etablierte Bühnen fand. Das Glück dieser aktuellen Entfaltung fiel ihr aber nicht unverdient in den Schoß, denn ihr Engagement ist respektabel. Sie ist sich für nichts zu gut und daher verfügt sie bereits jetzt über einen beachtlichen Erfahrungsschatz.
Karriere durch kompromisslos musikalische Leidenschaft
In Oberösterreich groß geworden befasste sich Dea (sprich „Dia“) zuerst mit dem klassischen Spiel der Gitarre und heimste bereits in sehr jungen Jahren Preise wie „Prima La Musica“ etc. ein. Nach dem Bachelorstudium Klassik-Gitarre zeigte sich ihre wahre Leidenschaft: der Bass, und zwar sowohl Kontra- als auch E-Bass. An der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien absolvierte sie von ihrem Fable getrieben das Bachelorstudium des Instruments der tiefen Töne, das eine tragende Rolle beim Groovespiel hat und, auch lässig, wenngleich seltener, solistisch einsatzfähig ist. Bei beiden Studien erhielt die Musikerin ein „cum laude“ als Auszeichnung für ihre Leistungen.
Andrea Fränzel: Powerfrau und fleißige Biene
Schon als Begleitinstrumentalistin Andrea Fränzel bewegte sie sich professionell in sämtlichen popularmusikalischen Stilen von Folk bis in hin zur freien Improvisation in Formationen wie W.i.T.C.h, Hotel Palindrone, Veranda, Vienna Big Band Project, Rabouge… und spielte mit KünstlerInnen wie Birgit Denk, Ernst Molden u.v.m. sozusagen Seite an Seite.
Andrea Fränzel singt außerdem cool und geschmeidig, komponiert, textet in nichtpeinlichem Englisch und weiß auch zu arrangieren. Sie ist ein musikalisches Multitalent, deren Weg bereits jetzt an die 100 Auftritte pro Jahr säumen. Die Red Hot Chili Peppers, Ani DeFranco und Samuel Barbers „Adagio“ für Streicher beeinflussten sie am meisten, wie sie selbst auf ihrer Website erzählt, und namhafte hiesige Lehrer wie Peter Herbert, Achim Tang und Hans Strasser förderten sie auf ihre jeweils individuelle Weise.
Indie-Electro-Singersongwriting: „What a good i-dea!“
Der Sound von Dea kommt nicht nur nach eigenen Angaben sowohl sanft wie auch spannungsvoll, ihre Texte ergreifen einen durch das sprachliche Niveau und die Ausdrucksweise im Englischen und ihre aktuellen Sounds schmiegen sich adäquat an die Inhalte, die sie vermittelt Deas gesamte Musik zeugt davon, dass ein Profi mit Geschmack am Werk ist. Auf Soundcloud kann man eine Auswahl ihrer frischen Titel und den neuen Klang hören, wie wohl auch bei kommenden Konzerten.
Preisgekrönt aus Österreich
Im Juli 2014 erhielt Andrea Fränzel den „Outstanding Scholar Award“ ihres Studienprogrammes. In ihrem momentanen Soloprojekt Dea liefert sie auf jeden Fall einen weiteren Beweis, dass großes Potential in Österreichs MusikerInnen steckt und wir auch mit Gegenwartsgenres unseren Ruf als Musikexportland ernsthaft unterstreichen können. Für ein glaubhaftes Österreich ist es kein Thema, an allen Ecken und Enden für die musikalischen Entfaltungsmöglichkeiten von klein an Sorge zu tragen, und zwar für alle Menschen, auch abseits von privater Leistbarkeit, wenn dieses Statement zur aktuellen heißen Diskussion erlaubt ist. Ich finde, auch Andrea Fränzel ist eine der Früchte davon. Mit Dea startet sie international durch. Da darf man sehr stolz sein.
Alexandra Leitner
Fotos © Andreas Pikal
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