
Das aktuelle Album „Es ist so unendlich still hier“ von David Lipp & Die Liebe ist eine hochemotionale Achterbahnfahrt, der man sich als HörerIn nur schwer entziehen kann. Der Songwriter und seine Band zelebrieren mit einfachen, aber umso wirkungsvolleren Mitteln die hohe Kunst des Songwritings. Fast problemlos, so scheint es, schüttelt David Lipp einen erstklassigen Song nach dem anderen aus seinem Ärmel. Zum überwiegenden Teil sehr sparsam arrangiert, meistert in den zehn neuen Songs den oft schwer zu meisternden Spagat zwischen einer gewissen Eingängigkeit und Tiefgang.
Was geboten wird sind wunderschöne, melancholisch angehauchte und in deutscher Sprache gehaltene Popsongs, verpackt in einem ungemein warmen Gesamtsound. Wobei Lipp und seine KollegInnen nie auch nur einen Moment Gefahr laufen, sich in den Untiefen der Popmusik zu verlieren. Dafür wandelt man musikalisch viel zu bewusst abseits herkömmlicher opulenter und mit Pathos erfüllter Mainstream-Entwürfe. Was hier geschaffen wird, ist eine atmosphärisch verdichtete und von der Minimal Music mit ihren ständig wiederholenden Mustern geprägte Klangsprache, die zumeist akustisch gehalten und nur durch vereinzelte dezent eingesetzte und immer wiederkehrende elektronische Spielereien untermalt, gerade durch ihre Einfachheit besticht.
