
Ganze zwei Jahre lang haben die beiden zu allen Seiten hin offenen und überaus experimentierfreudigen Musiker David Helbock (Klavier, Perkussion, Electronics) und Simon Frick (Violine, Electronics) an der Realisierung ihrer eigenen musikalischen Vision gebastelt. Eine Schaffensphase, die, hört man sich durch die CD „Diagonal“ durch, sich mehr als ausgezahlt hat. Man merkt bei jedem Ton, dass hier zwei Instrumentalisten am Werken sind, die ihr Handwerk verstehen und sich zu keinem Zeitpunkt irgendwelchen einschränkenden Begrifflichkeiten unterwerfen. Was hier regiert, ist das Spiel mit den Möglichkeiten, der Wille, Wege zu beschreiten, die traditionellen Vorstellungen, wie denn Jazz nun zu erklingen hat, auf erfrischende Art widerlaufen.
David Helbock/Simon Frick – Tibetian Prayers by mica
Was David Helbock und Simon Frick unternehmen, ist der Versuch, die traditionelle Besetzung von Geige und Klavier in ein komplett neues Gewand zu hüllen. Einen zentralen Ansatzpunkt für die beiden Vorarlberger stellt in ihrem Werken das Experiment dar. Vielmehr als konkrete Vorstellungen sind es momentane Gefühle, von denen das Duo in der Schaffensphase geleitet wird und die der Musik im Ganzen einen gewissen improvisatorischen Charakter verleihen. Ziel der beiden begnadeten Instrumentalisten ist es, mit ihren Stücken zu berühren und Atmosphäre zu schaffen. Stilistisch ziehen Helbock und Frick erwartungsgemäß keinerlei Grenzen, was die Musik im Ergebnis auch nur schwer in eine bestimmte Kategorie fassen lässt. Das Dargebotene erklingt mal jazzverwandt, mal geht es in Richtung afrikanische oder brasilianische Musik, dann wieder wird ein Schwenk hin zur modernen Klassik vollzogen. Was die ganze Sache auch zu einem solch abwechslungsreichen Hörerlebnis werden lässt. (mt)
Termine
02.12. Theater Kosmos, Bregenz
06.12. Musikwerkstatt, Wels
09.12. So What, Salzburg
14.12. Wein & Co, Wien
David Helbock