
Dem Album praktisch Pate gestanden sind mit Thelonious Monk und Hermeto Pascoal zwei der ganz großen Ikonen der Jazzgeschichte. Es sind nämlich vorwiegend Stücke dieser zwei Musiker, die sich David Helbock, Johannes Bär (u.a. Trompete, Flügelhorn, Posaune, Tuba, Flöte, Beatbox Percussion, Elektronik) und Andi Broger (u.a. Saxophon, Klarinetten, Elektronik, Perkussion) zwecks Neubearbeitung zur Brust genommen haben. Und wie auch ihre Vorbilder unternehmen sie im Trio den Versuch, die Grenzen des Jazz hin auch zu anderen Richtungen aufzuweichen, was ihnen auch auf eine mehr als eindrucksvolle Art gelingt. Schon vom ersten Ton an wird klar, wohin die im Rahmen einer zweitägigen Aufnahmesession im Berliner Traumton-Studio entstandene musikalische Reise geht. Die klangliche Vielfalt wird ganz groß geschrieben, genauso wie die Überwindung der üblichen Begrifflichkeiten, der gewollte Ausbruch aus den üblichen Strukturen des Jazz und die Liebe zum Experiment. Dem inzwischen in die deutsche Hauptstadt übersiedelten Vorarlberger Pianisten und seinen beiden kongenialen Partnern gelingt es auf eine fast unnachahmliche spielerische Weise, Brücken zu schlagen, von der Komposition hin zur Improvisation, vom Traditionellen hin zum Zeitgenössischen, von einem Stil zum anderen.

“Think of Two“ ist ein Album geworden, das aufgrund der musikalischen Vielfalt und der von den Beteiligten spürbar zum Ausdruck gebrachten Freude am Musizieren doch weit aus dem Rahmen fällt. Definitiv ein Stück Musik zum Hinhören. (mt)
Random/Control live
04.02. Musikwerkstatt Wels, Wels (AUT)
05.02. Bachschmiede Wals, Wals (AUT)
06.02. Auers Live Bühne, Neubeuern (DE)
07.02. Jazzclub Augsburg, Augsburg (DE)
08.02. Jazzclub Bamberg, Bamberg (DE)
Foto Random/Control: Severin Koller
David Helbock