Mit dem Kurzdokumentarfilm „Tigereyes“ ist 2024 Regisseurin MARTINA TREPCZYK in ein Leben und gleichzeitig in eine Unterwasserwelt eingetaucht. Vorurteile, fehlplatzierte Furcht, aber auch Eigenermächtigung und das Finden der eigenen Stärken spielen eine entscheidende Rolle. Jetzt wird der dazugehörige Soundtrack „Tigereyes“ (töchtersöhne // VÖ: 27.06.‘25), produziert von DAVID FURRER veröffentlicht.
Die preisgekrönte Regisseurin, Drehbuchautorin und Unterwasser-Kamerafrau Martina Trepczyk ist Salzburgerin mit polnischen Wurzeln, die bis an das Baltische Meer reichen. In ihrem Leben und in ihrer Arbeit fühlt sie sich weiterhin tief mit dem Meer verbunden. Studiert hat die Filmemacherin in London und bereist aktuell die Welt, um jene Orte einzufangen, bei denen andere gerne wegschauen. Feminismus und Natur- beziehungsweise Artenschutz spielen immer wieder tragende Rollen in ihrer Arbeit. So auch in „Tigereyes“. Darin porträtiert sie Hamna „Hamty“ Hussain, eine junge, muslimische Frau von einer kleinen maledivischen Insel. Sie ist eine der wenigen Frauen ihrer Insel, die schwimmen kann und eine der ersten Frauen, die mit einem Hijab taucht und als Tauchlehrerin arbeitet. Hamna Hussains Geschichte ist geprägt von ihrer Zuneigung zu ihrer Insel, zu ihrer Kultur und ihrer Religion.

Aber sie hat auch Gewalt und Missbrauch erlebt, durch die Hand einer Person, die sie eigentlich schützen sollte und dadurch ihre komplette Lebensfreude verloren hatte. Erst durch das Tauchen hat die junge Frau diese wiedergefunden und eine tiefe innere Ruhe erreicht. Gelungen ist Hamna Hussain das durch eine besondere Verbindung mit einem der gefürchtetsten und missverstanden Tiere der Welt – dem Tigerhai. Verbunden durch ein ähnliches Schicksal, das geprägt ist von Vorurteilen, hat Hamna Hussain ihre Stimme genutzt, um ihre eigene Geschichte zu erzählen und gleichzeitig auch jene der Tigerhaie aufzugreifen.

David Furrer ist ein Musikproduzent, der sowohl in Wien als auch in Berlin beheimatet ist. Seit 2011 nimmt er Bands auf und komponiert Musik für Film und Fernsehen. Unter seinem eigenen Namen veröffentlicht er seit 2023 Musik. Für „Tigereyes“ hat er den Soundtrack gestaltet. In sechs Nummern unterstreicht er musikalisch die visuell dargestellte und narrativ erzählte Filmwelt. Dabei wirkt die Musik unterstützend, überlädt aber niemals die sprachliche Ebene. Weite, pulsierende Klangwelten fangen die Tiefe des Meeres ein, gleichzeitig aber auch die Überzeugung von Hussain, den richtigen Weg zu folgen. Dabei wechseln sich ruhige, melancholische Stellen mit treibenden, präsenten Abschnitten ab. Dadurch wird das Gefühl von Nachdruck verstärkt, welches bereits in der Geschichte enthalten ist. Helle, große Synthesizerflächen und dynamische Rhythmuselemente bilden die Grundlage. Immer wieder arbeitet Furrer auch mit Sätzen von Hamna Hussain und baut sie in seine Klangwelten ein.

Mit dem Soundtrack zu „Tigereyes“ hat eine visuell und narrativ eindrucksvoll erzählte Geschichte eine weitere Ebene bekommen, die sie trägt und unterstützt. Es verbinden sich alle Aspekte zu einer geschlossenen Einheit. Dabei bleibt die Geschichte von Hamna Hussain stets zentraler Dreh- und Angelpunkt. David Furrer ist ein wunderbarer Soundtrack zu einer bemerkenswerten Story gelungen.
Ylva Hintersteiner
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Tigereyes Film
