Bunny Lake präsentieren „The Sound of Sehnsucht“

Sich wieder einmal neu erfunden haben sich Bunny Lake auf ihrem vor wenigen Wochen erschienenen vierten Longplayer “The Sound of Sehnsucht”. In Zusammenarbeit mit dem mit dem britischen Produzenten-Legende Gareth Jones (Depeche Mode, Nick Cave, Einstürzende Neubauten, Goldfrapp, Grizzly Bear) haben sich Frontfrau Suzy On The Rocks und Mastermind Christian Fuchs einen Sound verpasst, der alle für die Truppe so typischen Trademarks und Vorzüge auf wunderbare Weise zu vereinen vermag.

Mehr noch als zuvor lassen Bunny Lake nun den Klang eines akustischen Instrumentariums in die Stücke miteinfließen, was diesen im Ergebnis sehr gut ansteht, zeigen sie sich doch vom Sound her vielfältiger als zuvor. Immer noch sehr energetisch und tanzbar offenbart die Musik zwischen den Zeilen im Vergleich zu den bisherigen Veröffentlichungen einen deutlicheren Schwenk hin zum Pop, eine stilistische Ausrichtung, die auf wunderbare Weise aufgeht und funktioniert  Die nächste Gelegenheit die Bunny Lake live zu erleben, gibt es am 31. Mai im Cinema Paradiso in St. Pölten.

Das Kunststück, gleichzeitig auf FM4 und Ö3 rauf und runter gespielt zu werden, gelingt in der Regel nicht vielen Bands oder MusikerInnen. Bunny Lake zählen zu den wenigen Ausnahmen, die es geschafft haben, sich auf beiden Seiten höchst erfolgreich zu positionieren. Und das, ohne sich auch nur für einen Moment irgendwelchen Konventionen des Mainstreams zu unterwerfen. Immer schon in Distanz zu aller Oberflächlichkeit in der Popmusik waren die Stücke von Christian Fuchs und Suzy On The Rocks stets solche eines ständigen Spagates, eines kunstvollen zwischen Partytauglichkeit und einem gewissen Maß an Anspruch, zwischen Clubumfeld und Radio-Airplay, zwischen Techno, Electro, Rave, Disco und anderen Formen elektronischer Musik. Ein Ansatz, der auch auf dem neuen Longplayer weitergeführt wird.

„The Sound of Sehnsucht“ vereint alles, was ein erstklassiges Album haben muss. Melodien mit Ohrwurmcharakter und Hitpotential, treibende, tanzbare aber immer abwechslungsreiche Beats, spannende Arrangements, die sich nicht im Zitieren aller 08/15 Formate verlieren, dichte und fesselnde Atmosphäre, eine ordentliche Portion Sexappeal und den hörbaren Willen zur Weiterentwicklung und Erweiterung des eigenen Sounds. Waren es in der Vergangenheit ausschließlich Klänge aus dem Computer, welche den Ton angegeben haben, finden nun auch vermehrt solche, von einem analogen Instrumentarium produzierte, Eingang in die Stücke, was im Ergebnis, der Musik im Ganzen einen deutlich wärmeren Charakter verleiht.

Ganz ohne Zweifel ist den Wiener Amadeus Award Gewinnern aus dem Jahre 2009 erneut ein großer Wurf gelungen, der einmal mehr besondere Ausnahmestellung dieser außergewöhnlichen Combo in der heimischen Musikszene unterstreicht. Auf jeden Fall sollte man dieses wunderbare Stück Musik einer intensiven Gehörprobe unterziehen. Es lohnt sich. (mt)