Maja Osojnik, Susanna Gartmayer, derhunt, Raumschiff Engelmayr und DDKern – alleine schon die Namen der an diesem Bandprojekt beteiligten MusikerInnen versprechen ein höchst spannendes und ungewöhnliches Hörerlebnis. Und genau ein solches ist das selbstbetitelte und bei Discorporate Records erscheinende Erstlingswerk von BROKEN.HEART.COLLECTOR auch geworden. Was auf dem Programm steht, ist eine von jeglichen stilistischen Begrifflichkeiten befreite Klangreise im Geiste der Avantgarde. Innovativ, vielschichtig, atmosphärisch, dunkel, komplex, schräg und heftig. Auf jeden Fall das genau Richtige für jene, die sich stets auf der Suche nach dem Unkonventionellen und Neuen befinden.

Was BROKEN.HEART.COLLECTOR auf ihrem Erstlingswerk zelebrieren, ist das Spiel mit dem nicht Kategorisierbaren. Die Art und Weise wie der Fünfer durch die unterschiedlichen Spielformen wandelt, deren Essenzen extrahiert und diese in einem vollkommen, den herkömmlichen Musikbegrifflichkeiten entgegenstehenden Gesamtsound aufgehen lässt, ist schon ganz großes Kino. Die Spannweite der stilistischen Ingredienzen reicht von elektronischer Klangkunst über Improvisationen und Jazzanleihen bis hin zu hochenergetischen Experimentalrock-Interpretationen. Dazu kommt Maja Osojnik hinter dem Mikrofon, die in einem Moment die kühle, düstere Diva gibt, um im nächsten in hysterischen Schreieskapaden aufzugehen. Das Wunderbare an den insgesamt 10 ungemein vielschichtigen Stücken ist, dass sie ihre Geheimnisse nicht sofort preisgeben, dass zu Beginn keine Voraussage darüber zu treffen ist, in welche Richtung die Reise letzten Endes tatsächlich gehen wird. Und genau dieser Aspekt macht die ganze Sache auch so spannend.
„BROKEN.HEART.COLLECTOR“ ist ein höchst intensives, atmosphärisch dichtes Hörerlebnis geworden, an dem Liebhaber experimenteller, avantgardistisch angehauchter Klänge mit Sicherheit ihre Freude haben werden. (mt)
