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Andrea Mayer (c) Lechner/HBF

Brief der Staatssekretärin für Kunst und Kultur Andrea Mayer an die österreichischen Kunst- und Kulturbetriebe

Die Staatssekretärin für Kunst und Kultur, Mag.a ANDREA MAYER gibt Auskunft über die aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise und die kommenden Schritte. 

Liebe Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Kunst- und Kulturbetriebe,
Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte Sie erneut auf direktem Wege über die akuten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise informieren.

Die Lage ist nach wie vor sehr ernst. Auch wenn die bevorstehende Ausrollung der ersten Impfungen und die immer breiteren Möglichkeiten von Tests einen Hoffnungsschimmer darstellen, können wir die Augen vor der dramatischen Situation, in der wir uns befinden, nicht verschließen. Vor diesem Hintergrund hat die Regierung heute nach reiflicher Überlegung entschieden, dass ein weiterer harter Lockdown notwendig ist, der auch den Kulturbereich umfasst.

Ich würde Ihnen heute gerne mitteilen, dass wir schon im Jänner zur Normalität zurückkehren können. Leider ist das derzeit nicht möglich.

Dennoch: Ab 18. Jänner kann das Kulturleben in begrenztem Ausmaß wieder hochfahren. Das Publikum bei Veranstaltungen wird ab diesem Zeitpunkt auf 50 Prozent der Maximalkapazität und auf maximal 500 Personen indoor bzw. 750 Personen outdoor beschränkt sein. Und: Zwischen 20 und 6 Uhr werden gesamtgesellschaftlich die bereits bekannten Ausgangsbeschränkungen beibehalten.

Im Zuge der neuen Teststrategie der Bundesregierung werden in vielen Bereichen negative Testergebnisse als Eintrittsbedingung notwendig sein – auch in der Kultur. Im Zuge dieser neuen Strategie werden Tests auch wesentlich besser zugänglich sein. Die Teilhabe an Kultur wird damit Anreiz für verantwortliches Handeln. Ich persönlich halte das für eine positive Entwicklung, die mittelfristig vieles ermöglichen kann.

Ich teile Ihnen diese Einschränkungen ohne Beschönigung mit und im Bewusstsein, dass diese Einschränkungen für die Kunst- und Kulturszene gravierend sind. Gleichzeitig sind diese Sicherheitsvorkehrungen derzeit die einzige Möglichkeit, die wir als Bundesregierung haben, um Ihnen zumindest eine gewisse Art von Planungssicherheit geben zu können.

Wir haben uns diese Entscheidungen nicht leicht gemacht. Wir haben zahlreiche Gespräche mit Ihnen, der Kulturbranche, geführt und versucht, aus allen schwierigen Szenarien das am wenigsten dramatische zu realisieren. Natürlich ist das eine weitere große Herausforderung für die gesamte Branche – ich baue aber auf Ihre vielfach unter Beweis gestellte Kreativität und Ihre Schaffenskraft, um aus diesen schwierigen Bedingungen das Beste zu machen und für uns alle – das Publikum – Kultur wieder live zugänglich zu machen.

Die bewährten Unterstützungsmaßnahmen, die wir im Lauf dieses Jahres ins Leben gerufen haben, werden dieser Tage für das erste Quartal 2021 verlängert – vom NPO-Fonds über die SVS-Überbrückungsfinanzierung bis zum Covid-19-Fonds des KSVF. Auch die angekündigte flankierende Maßnahme zum Umsatzersatz für indirekt Betroffene steht unmittelbar vor dem Abschluss. Und wir schaffen im Kunstförderungsgesetz die Möglichkeit für anlassbezogene Sonderförderungen in der Höhe von insgesamt 10 Mio. Euro, die die letzten Lücken schließen sollen.

Wir werden natürlich weiterhin genau hinsehen und dort, wo es notwendig ist, Adaptierungen an den Unterstützungsinstrumenten vornehmen. Die Situation ist weiterhin dramatisch, aber es gibt Grund zur Hoffnung.

Lassen Sie uns gemeinsam diese hoffentlich letzten Wochen der Pandemie bestreiten.

Ihre
Andrea Mayer

Link:
Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport