
Eines vorweg, für Puristen, Traditionalisten und Genrewächter wird die Musik des Wiener Vierers bratfisch vermutlich nicht wirklich das Richtige sein. Denn das, was Matthias Klissenbauer (Gitarren, Gesang), Tino Klissenbauer (Akkordeon), Johannes Landsiedl (Gitarren, Bass) und Jürgen Partaj (Violine) hörbar zur Prämisse ihres Schaffens erhoben haben, ist die bewusste Überwindung so ziemlich aller Grenzen, die zwischen den einzelnen Stilen, Spielformen und Klangtraditionen vermeintlich existieren. Der Sound der Band ist ein unerhört internationaler und lässt sich wohl am ehesten als Weltmusik mit ausgeprägter Wiener Note beschreiben. Wiewohl aber auch noch dieser Versuch einer Kategorisierung viel zu kurz gegriffen scheint. bratfisch spannen den musikalischen Bogen weiter, quasi rund um die Welt, von Ost nach West, von Süd nach Nord und erschaffen sich auf diese Art ihre ganz eigene Sprache, die vor allem in einer immensen Vielfalt und Lebendigkeit ihren Ausdruck findet.

Es ist aber nicht nur diese ungewöhnliche Vielfalt, welche die Stärke dieses Albums ausmacht. Auch die verspielte, humorvolle und dynamische Art, mit welcher Matthias Klissenbauer, Tino Klissenbauer, Johannes Landsiedl und Jürgen Partaj ihre Stücke mit Leben füllen, weiß zu beeindrucken. Man hört und fühlt bei jedem Ton, dass die Band wirklich große Freude an dem hat, was sie tut. Es schwingt immer etwas sehr leichtfüßig Charmantes mit, etwas, das man vielleicht als das Wienerische in der Musik der Band interpretieren kann, womit die Linie wieder hin zum Ausgangspunkt der bunten musikalischen Reise gezeichnet ist. (mt)
Foto bratfisch: Rafaela Pröll
http://www.bratfisch.or.at