bratfisch – Aus heiterem Himmel

Kennern der heimischen Musikszene dürfte die Formation bratfisch seit Längerem ein Begriff sein. Als Liveband ein jedes Konzert in ein mitreißendes Musikerlebnis verwandelnd, konnten bratfisch vor allem auch mit ihren bisherigen Veröffentlichung überzeugen. Nahtlos in die Reihe dieser fügt sich auch das nun erscheinende Album „Aus heiterem Himmel“ ein. Einmal mehr macht sich die junge Truppe daran, der Wiener Musik ein international erklingendes Klangkostüm anzufertigen. Ohne irgendwelche Berührungsängste wandelt die vierköpfige Combo an den Schnittstellen der verschiedenen Musiktraditionen, extrahiert deren besten Momente, um diese in einem sehr facettenreichen und abwechslungsreichen Gesamtsound aufgehen zu lassen.

Eines vorweg, für Puristen, Traditionalisten und Genrewächter wird die Musik des Wiener Vierers bratfisch vermutlich nicht wirklich das Richtige sein. Denn das, was Matthias Klissenbauer (Gitarren, Gesang), Tino Klissenbauer (Akkordeon), Johannes Landsiedl (Gitarren, Bass) und  Jürgen Partaj (Violine) hörbar zur Prämisse ihres Schaffens erhoben haben, ist die bewusste Überwindung so ziemlich aller Grenzen, die zwischen den einzelnen Stilen, Spielformen und Klangtraditionen vermeintlich existieren. Der Sound der Band ist ein unerhört internationaler und lässt sich wohl am ehesten als Weltmusik mit ausgeprägter Wiener Note beschreiben. Wiewohl aber auch noch dieser Versuch einer Kategorisierung viel zu kurz gegriffen scheint. bratfisch spannen den musikalischen Bogen weiter, quasi rund um die Welt, von Ost nach West, von Süd nach Nord und erschaffen sich auf diese Art ihre ganz eigene Sprache, die vor allem in einer immensen Vielfalt und Lebendigkeit ihren Ausdruck findet.

Keine Nummer ihres neuen Albums „Aus heiterem Himmel“ klingt wie die andere. Mal ist es das moderne Wienerlied, welchem die vierköpfige Truppe frönt, mal nähert sie sich dem Klezmer oder Jazz  an, um im nächsten Moment spontan einen Richtungswechsel hin zu den südamerikanischen Musiktraditionen, zur alpin angehauchten Volkmusik, zu Landlern oder zur Polka zu vollziehen. Man weiß eigentlich nie, wohin die Reise letztlich tatsächlich führt, was die ganze Sache zu einer immer spannend bleibenden und sehr unterhaltsamen macht.

Es ist aber nicht nur diese ungewöhnliche Vielfalt, welche die Stärke dieses Albums ausmacht. Auch die verspielte, humorvolle  und dynamische Art, mit welcher Matthias Klissenbauer, Tino Klissenbauer, Johannes Landsiedl und Jürgen Partaj ihre Stücke mit Leben füllen, weiß zu beeindrucken. Man hört und fühlt bei jedem Ton, dass die Band wirklich große Freude an dem hat, was sie tut. Es schwingt immer etwas sehr leichtfüßig Charmantes mit, etwas, das man vielleicht als das Wienerische in der Musik der Band interpretieren kann, womit die Linie wieder hin zum Ausgangspunkt der bunten musikalischen Reise gezeichnet ist. (mt)

Foto bratfisch: Rafaela Pröll

http://www.bratfisch.or.at