Black Manna – Radio Manna

Hinter Black Manna verbergen sich die beiden nicht wirklich unbekannten Journalisten und FM4 Moderatoren David Pfister und Dr. Nachtstrom. Wer mit ihren bisherigen verschiedenen Projekten schon vertraut ist, der kann sich zumindest vorstellen, dass sie sich im Duo nicht gerade das musikalisch Gewöhnliche als Betätigungsfeld definieren, sondern doch eher bestrebt sind, die anderen Wege zu beschreiten. „Radio Manna“ (Klanggalerie), das nun erscheinende Debütalbum der beiden, bestätigt diese Annahme. Denn das, was die sie betreiben, liegt erwartungsgemäß weit außerhalb des Konventionellen. David Pfister und Dr. Nachtstrom entfernen sich vom Musikalischen und realisieren ihre eigenen, fast schon avantgardistisch angehauchten Klangvorstellungen, die, alles andere als hell leuchtender Natur, viel, viel Stimmung erzeugen. Vorstellen wird das Duo „Radio Manna“ gemeinsam mit dem Künstler Jörg Vogeltanz (hat extra zu diesem Anlass einen exklusiven Kurzfilm gedreht) und der Musikerin Katharina Seidler (Agent Cooper) im Rahmen des Filmfestival /slash am 23. September im Filmcasino Wien.

Es handelt sich um einen definitiv etwas anderen Klangentwurf, mit welchem David Pfister (Neigungsgruppe, The Devil & The Universe) und Dr. Nachtstrom (Mego, Bunny Lake) die Hörerschaft konfrontieren. Einen, der sich nicht nur deswegen von dem sonst so Üblichen unterscheidet, weil er sich nicht in die herkömmlichen musikalischen Kategorien zwängen lässt, sondern auch, weil das Zweiergespann von der Methode des „normalen“ Musikerschaffens doch recht deutlich abrückt. Vielmehr als man es hier nämlich mit durchkomponierten Stücken zu tun hat, sind es eher seltsam anmutende düstere Soundcollagen, die man zu hören bekommt.

Black Mann – Xanax by mica

Grundlage des von David Pfister und Dr. Nachstrom betriebenen Klangexperiments sind Tonaufnahmen – vor allem unbekannte Aufnahmen von Stimmen und Choralgesängen – und Fieldrecordings, welche von den beiden in dunkle und bedrohlich wirkende elektronische Atmosphären gehüllt werden. Melodien, Harmonien oder ordnende Strukturen, Dinge also, welche Musik generell öffnen, verständlich und zugänglich machen, finden bei Black Manna in den Stücken eigentlich keinen Eingang. Sind sie doch irgendwo vorhanden, dann noch am ehesten in Spurenelementen in den mystischen Tiefen des dichten und knisternden, knarrenden und weite Bögen spannenden Sounds.

Es sind vor allem Andeutungen, mit denen David Pfister und Dr. Nachtstrom spielen. Alles findet irgendwie unterhalb der Wahrnehmungsgrenze statt, was den Nummern letztlich dieses undefinierbar Geheimnisvolle verleiht, das einlädt und auffordert, sich intensiver mit dem Dargebrachten auseinanderzusetzen. „Radio Manna“ sei auf jeden all jenen ans Herz gelegt, die sich doch auch für die etwas ungewöhnlicheren musikalischen Annäherungen begeistern können. (mt)

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