Bandfoto Bender
Bender (c) Tom Markar

BENDER – „SENDER by BENDER“

Die Grazer Band BENDER veröffentlichte im Jänner 2016 ihr erstes Album „SENDER by BENDER“ (Pumpkin Records). Sechs der darauf befindlichen Songs wurden zuvor bereits auf Vinyl präsentiert, auf der CD finden sich jedoch sieben weitere Songs und ein deutschsprachiger Bonustrack.

Die dreiköpfige Band – bestehend aus Rebecca Hofer (Gesang), Christoph Röber (Drums) und Chris Markart (Gitarren, Electronics und Aufnahme) – wurde 2003 in Graz gegründet. Mittlerweile hat sie sich in Österreich schon einen Namen gemacht, vor allem durch Rebecca Hofers großartige stimmliche Performance. Ihren Sound kann man schwer einordnen, da er sehr eigenwillig und individuell ist, aber am besten wäre zu beschreiben mit „Art-Pop“.

„Every single dream of his came out of my mind“

Cover Sender by Bender
Cover “Sender by Bender”

Das Album ist sowohl schwung- als auch stimmungsvoll. Die Lyrics sind bis auf den Bonustrack „Identität“ auf Englisch. Rebecca Hofers eindrucksvolle und bestechende Stimme dominiert in jedem einzelnen Lied – sie untermalt einen angenehmen, soften und unaufdringlichen Beat. „Sender“ steigt ein mit ruhigen Piano-/Synthesizer-Akkorden, dazu singt die Stimme genauso gelassen dazu. „My Bad Blood“, die zweite Nummer auf dem Album, ist nicht mehr ganz so gelassen – die Synths sind fast böse, die Drums drängen vorwärts und die Stimme klingt bedrohlich, aber irgendwie verführerisch. Dazu im Kontrast steht das darauffolgende Lied, das leicht und sorglos ist. Auch danach kommen zwei eher ruhige Tracks, was sich mit der sechsten Nummer leicht ändert: Die Synths sind roboterhaft, die ganze Stimmung wird kosmisch. Dies wird auf den nächsten Tracks – „New Philosophy“ und „Kawaii“ – fortgesetzt.

Das wohl melancholischste Lied des Albums ist „Valentine“, eine Art Ballade mit Pianountermalung und größtenteils ohne Drums. Auch hier gibt es einen Stimmungsbruch mit dem nächsten Lied – „Love or spirit“ ist energievoll, ein bisschen wütend und treibt voran. Dieses Lied hat wohl das größte Ohrwurmpotenzial des Albums. Die auf- und abschwellenden Synths gekoppelt mit den gleichmäßigen Drums und der periodisch singenden Stimme lassen die ZuhörerInnen nicht mehr los. Der Bonustrack „Identität“ ist das einzige deutschsprachige Lied auf der CD, unterscheidet sich im Sound aber nicht von den übrigen Liedern. Es erinnert vom Klang entfernt an „Shadow Identity“ von Atari Teenage Riot, wobei die Genres natürlich nicht übereinstimmen.

„SENDER by BENDER“ ist ein wunderbares Album, das nach mehr verlangt. Vor allem Rebecca Hofers Stimme muss man einfach gehört haben.

Antonia Seierl

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