"Ausländer rein!" ein Konzert des Ensembles "die reihe" im Radiokulturhaus

„Ausländer rein“, so der Titel des am 13. November in Wiener Radiokulturhaus stattfindenden Konzertabends, thematisiert den großen und unverzichtbaren  musikalischen Einfluss, den KomponistInnen, die über die Jahrhunderte hinweg aus allen Himmelsrichtungen nach Österreich kommend,  auf die heimische Musikgeschichte und deren Entwicklung ausgeübt haben. Man denke nur an Beethoven, Brahms und  Mahler, sowie an jüngere Beispiele wie Francis Burt. Unter der Leitung von Christian Muthspiel präsentiert das Ensemble „die reihe“ dem Publikum ein umfangreiches Musikprogramm, dessen Bogen sich von Werken eines Karl Schiskes bis hin zum Schaffen von VertreterInnen der jungen Generation, wie etwa  Lukas Haselböck, spannt.

Ein Klangkörper, der sich in den vergangenen Jahrzehnten ganz in den Dienst dieser musikalischen Vielfalt gestellt und sich im hohen Maße für die heimische Neue-Musik Szene verdient gemacht hat,  ist das 1958 von den beiden österreichischen Komponisten Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik gegründete Ensemble „die reihe“. Von Anfang an widmete es sich ausschließlich der neuen Gegenwartsmusik und deren aktuelle Tendenzen. Gleichzeitig erschuf es ein permanentes Forum für die Gegenwartsmusikszene in unserem Land heimische Avantgarde, die fortan einen Platz im österreichischen Musikleben vorfand. Daran hat sich bis heute nicht viel verändert. Mit seiner jahrelangen Überzeugungsarbeit und mit einer gehörigen Portion Durchhaltevermögen zeigt sich das Ensemble mitverantwortlich dafür, dass die Neue Musik hierzulande einen so hohen Stellenwert geniest.

Im Zentrum des Konzertabends im Wiener Radiokulturhaus steht die Uraufführung des neuen Werkes von Christian Ofenbauer, das für die Solistin Janna Polyzoides geschrieben wurde und dem Andenken von Mohammad Askaris und Ayad Marhunis gewidmet ist, die 2005 wegen homosexueller Handlungen im Iran gehängt wurden. Ebenfalls zur Aufführung gebracht werden an diesem Abend die Werke „For William für neun Spieler“ von  Francis Burt, das „Sextett für Klarinette, Streichquartett und Klavier op. 5“ von Karl Schiske, „Nine Horses – für zehn Instrumentalisten“ von Xiaogang Ye, sowie „Concerto da camera“ von Lukas Haselböck (UA).

Geleitet wird das Ensemble diesmal von dem musikalischen Allrounder Christian Muthspiel. Egal ob nun als Musiker, Komponist oder Dirigent, der enorm vielseitige Künstler geniest international inzwischen längst einen hervorragenden Ruf. Er zählt genau zu jener Sorte von MusikerInnen, die sich einfach nicht auf ein einzelnes Genre reduzieren lassen. So fühlt sich der Posaunist nicht mehr nur im Jazz, wo er seine ersten Schritte tätigte, zu Hause, sondern auch in der Improvisation und in der Neuen Musik. (mt)

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