Ankathie Koi (c) Lucia Bartl

ANKATHIE KOI – „Little Hell“

Ausdrucksstark, explosiv und mit dem schönsten Vokuhila der Neuzeit bestückt: ANKATHIE KOI lässt es krachen, und das so richtig. Ihr neues Album „I hate the way you chew“ erscheint im April des nächsten Jahres, aber es gibt jetzt schon eine Kostprobe namens „Little Hell“.

Und diese Kostprobe ist schon so lecker, dass man eigentlich ziemlich eingeschnappt sein könnte, dass die Platte erst im April kommt. Aber nun gut, wenn man sich schon mal in Geduld üben muss, dann indem man sich das Video zu „Little Hell“ immer und immer wieder ansieht. Der Clip zeigt Ankathie Koi in ihrer androgynsten Pracht, wie sie einem armen Sandalen-mit-Socken-Typ den Kopf verdreht. Es gibt nur wenige KünstlerInnen, die auf diesem Grad der Androgynie wandeln und dabei gleichzeitig so sexy rüberkommen. Dazu könnte man auf jeden Fall Schauspielerin Tilda Swinton, Sängerin Peaches und die verstorbene Legende David Bowie zählen.

Musikalisch hat der Song aber eher weniger mit den beiden Letzteren zu tun. Vielmehr schafft Ankathie Koi es, eine anregende Mischung aus Italo-Disco, 80er-Jahre-Pop und Alternative Dance à la Moloko auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Eigentlich noch mehr als das: „Little Hell“ ist ein Song, den man nur einmal zu hören braucht, und schon krallt er sich im Gehörgang fest, um ihn für längere Zeit nicht wieder zu verlassen. Das hat natürlich auch mit ihrer unglaublichen Stimme zu tun, mit der sie mühelos zwischen drei Oktaven switcht.

Cover “Little Hell”

Ist es ein Liebeslied oder eher ein Trennungslied? Man kann sich bei den Zeilen „I could do things, I could say words, I could be mean, I can make your life a little hell” eigentlich nicht ganz sicher sein. Schließlich kann man auch eine Liebesbeteuerung reininterpretieren, so auf die Art: „Ich liebe dich so sehr, dass ich dir dein Leben zur Hölle machen werde, falls du mir mein Herz brichst.” Aber egal wie es gemeint ist, der Text trägt ebenso zum Ohrwurm-Faktor bei wie die Musik selbst.

Die Genre-Mischung ist on point

Und musikalisch hat sie sich diesmal unter anderem mit Powernerd Paddy zusammengetan, der mit seinen zwei Kollegen von Powernerd für die exzessive Nutzung nostalgisch klingender Synthies bekannt ist. Ebenso werden Beni Brachtel und Patrick Pulsinger eine Rolle auf dem neuen Album spielen, das, wie es nach dieser Single aussieht, eher wenig Ähnlichkeit mit Ankathie Kois Duoprojekt Fijuka haben wird. Man kann nicht nur gespannt bleiben, man muss es!

Anne-Marie Darok

Links:
Ankathie Koi
Seayou Records