AKTUELLE VERÖFFENTLICHUNGEN AUS POP/ROCK/ELEKTRONIK (11/2020)

Die neuesten Single-Releases aus dem österreichischen Pop-, Rock- und Elektronik-Sektor hat Itta Ivellio-Vellin zusammengefasst.

no:no – „evolving“
(LFNT BABY; VÖ 27.11.2020)

no:no nennt sich das neue Soloprojekt der talentierten Musikerin und Produzentin Veronika Sterrer. Die Debüt-Single „evolving“ ist ein sensationelles Werk, das vor allem durch seine außergewöhnlichen Synth-Klänge, welche aus gesampelten und verfremdeten Stimmen bestehen, besticht. Dazu kommt ein sanfter Beat, verschiedene organische Töne und schlussendlich auch die großartige Stimme von no:no. „evolving“ ist Teil der EP „body memories“, einer Platte, die man gehört haben muss.

no:no (Facebook)

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Mira Mann – „Komm einfach“
(Problembär Records; VÖ: 13.11.2020)

Die Allround-Künstlerin Mira Mann veröffentlichte im April dieses Jahres ihren Gedichtband „Komm Einfach“. Ein auf diesem Band basierender Song gleichen Namens kam am 13. November 2020 heraus und besteht in gewohnter Mira-Mann-Manier aus einem lyrischen, gesprochenen Text, der von einem Hip-Hop-Beat unterlegt und mit kreativen organischen und mechanischen Sounds ergänzt wurde. Fast meditativ rezitiert Mira Mann ihre Worte und evoziert damit die unterschiedlichsten Sensationen, die der*die Hörer*in glaubt, selbst auf der Haut zu spüren: Sonne, Wind, Zähne, ein fremder Körper. Mira Manns Musik erfordert aktives Zuhören und wird am besten mit geschlossenen Augen genossen.

Mira Mann


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Siamese Elephants – „Heartbreak Hotel“
(Seayou Records; VÖ: 20.11.2020)

In ihrer neuen Single „Heartbreak Hotel“ besingt die Indie-Rock-Band Siamese Elephants einen Ort, an dem man nie enden möchte: ein Hotel für Leute mit gebrochenen Herzen, so wie es die zwei im großartigen Musikvideo sind. Markante Gitarren- und Basstöne begleiten die zwei jungen Menschen, die rastlos durch das unheimlich leere Parkhotel Schönbrunn geistern, ohne sich jemals zu finden. Ob man will oder nicht, manchmal muss man im Heartbreak Hotel einchecken. Es bietet auf jeden Fall Platz für alle – und wer weiß, vielleicht findet man nicht nur einander in der Lobby, sondern auch sich selbst…?

Siamese Elephants (Facebook)


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Lucy Dreams – „ Pacific Shore“
(Prückl Beats; VÖ: 20.11.2020)

Lucy von der Synthie-Pop-Formation Lucy Dreams ist eine künstliche Intelligenz, mit deren Hilfe ihre Erschaffer David Reiterer und Philipp Prückl das Digitale mit dem Analogen verknüpfen und mysteriös-verträumte Sounds erzeugen. Da ist die Referenz im Bandnamen schon recht passend, erinnert „Lucy Dreams“ doch an „lucid dreams“, also luzide Träume. Wie ein Traum klingt auch die neu erschienene Single „Pacific Shore“, die sehr viel für die EP „Everything Comes in Waves“ verspricht, welche am 11. Dezember 2020 veröffentlicht wird.

Lucy Dreams


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Savi Kaboo – „Amnesia“
(VÖ: 31.10.2020)

Anfang 2020 hörte man zum ersten Mal von der talentierten Hip-Hop-Künstlerin Savi Kaboo, die seither in einem Rekordtempo einen Song nach dem anderen veröffentlicht. Zuletzt kam der Titel „Amnesia“ heraus, der, wie viele Tracks der Künstlerin, sehr gut die Interdisziplinarität der Genres rüberbringt, derer sie sich bedient. Sie nur als Rapperin zu bezeichnen wäre nämlich nicht ausreichend, da sie Synthie- und Pop-Elemente ebenso wie sphärische Komponenten gekonnt verbindet und so ihren ganz eigenen Sound kreiert.

Savi Kaboo


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CASEDO – „Augen zu“
(Between Music; VÖ: 13.11.2020)

Die neueste Single-Veröffentlichung „Augen zu“ von Jimi Dolezal aka CASEDO lässt sich nur als gewaltig beschreiben. Der kräftige Gitarrensound, den man schon aus den vorangegangenen Stücken „Sicher Nicht“ und „Steh auf“ kennt, ist auf dem neuen Song noch einmal verstärkt. Dazu kommt ein gut durchdachter Text, der auf raffinierte Art mit Vokalen spielt und gleichzeitig eine gewisse Brutalität widerspiegelt. Im paradoxen Refrain „Mach die Augen zu – und sieh mich an“ befiehlt CASEDO seinem Gegenüber, ihn mit mehr als nur dem Sehsinn wahrzunehmen – welches Ende das nimmt bleibt der Interpretation des*der Hörer*in überlassen…

CASEDO (FACEBOOK)


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PIPPA – „Coco Chanel“
(LasVegas Records; VÖ: 6.11.2020)

„Coco Chanel“ nennt sich die neue Auskopplung des Albums „Idiotenparadies“ von Schauspielerin und Sängerin PIPPA. Es ist eine außergewöhnliche Hymne über ein in der Gesellschaft wenig besprochenes Thema: das Scheitern. Mit „Coco Chanel“ präsentiert sich PIPPA als authentisch wie immer, und scheut sich nicht, etwaige Unsicherheiten zu diskutieren, die uns ja schließlich zu Menschen machen. Eine Sache, die uns vereint, ist, dass wir uns wohl alle einmal fehl am Platz fühlen, und uns am liebsten unbemerkt aus dem Hinterausgang schleichen wollen, genauso wie PIPPA in „Coco Chanel“.

PIPPA (Website)


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