Bild Jazz Bigband Graz
JBBG (c) Peter Purgar

JAZZ BIGBAND GRAZ – „Times of Change Vol. 1“

Die JAZZ BIGBAND GRAZ zeigt auf ihrem neuen Album „Times of Change Vol. 1“ (Natango Music), auf welch aufregende Art man sich musikalisch neu erfinden kann.

Blickt man auf alle bisherigen Veröffentlichungen der Jazz Bigband Graz (u.a.Electric Poetry“, „Urban Folktales“ und „True Stories“), lässt sich eine musikalische Konstante definitiv festmachen: von der seit mehr als fünfzehn Jahren von den beiden Jazzurgesteinen Horst-Michael Schaffer und Heinrich von Kalnein geleiteten Formation sind uninspirierte Wiederholungen eigentlich nie zu erwarten. Die JBBG schafft es immer wieder, andere spannende musikalische Akzente zu setzen und den Bigband-Sound in Richtungen zu entwickeln, die selten wirklich vorhersehbar sind. „Times of Change“ macht da keine Ausnahme.

Ein Album voller Überraschungen

Albumcover Time for Change
Albumcover “Time for Change Vol. 1”

Die erste Überraschung, die die neue Platte bietet, ist der Umstand, dass die beiden Bandleader sich dazu entschlossen haben, die Großformation zu einem Quintett plus Gastmusiker zu schrumpfen. Die zweite ist jene, dass sich das musikalische Ergebnis trotz dieser Verkleinerung im Klang immer noch verdammt „groß“ anhört. Horst-Michael Schaffer (Trompete, Gesang), Heinrich von Kalnein (Saxofon, Alt-Flöte) und ihre Mitstreiter Uli Rennert (Keyboards), Thomas Wilding (Bass) und Thomas Stabler (Schlagzeug) liefern als JBBG Smål – Gran Riserva einen Sound ab, der musikalisch wunderbar in die Breite geht und von Jazz über Pop und Minimal Music bis hin zu afrikanischer Musik so ziemlich alles in facettenreicher Weise vereint.

Mal klingt das Dargebotene – wie etwa beim sich wirklich wunderbar steigernden Eröffnungstrack „Catalania“ – mit Unterstützung der beiden namhaften Gäste Wolfgang Puschnig (Saxofon) und Nguyên Lê (Gitarre) tatsächlich wie etwas Großformatiges, dann wieder gibt sich die Band – wie bei „Still“ – fast schon minimalistisch. Zwischen diesen Polen lassen es die Beteiligten lässig grooven, sie improvisieren und experimentieren, ohne dass sie aber das musikalische Ganze aus den Augen verlieren, und füllen die Stücke mit gediegener Stimmung und Atmosphäre aus, sodass man als Hörer*in wunderbar in sie eintauchen kann.

Horst-Michael Schaffer und Heinrich von Kalnein ist es auf „Times of Change Vol. 1“ erneut gelungen, ihrem Projekt eine neue spannende Richtung zu geben. Das Album durchzuhören, macht einfach Spaß, es bietet Unterhaltung auf höchstem Niveau und weiß auch nach vielen Durchläufen zu gefallen. Ein schönes Hörerlebnis.

Michael Ternai

 

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