
Was das „The Beantown Experience“ erfreulicherweise überhaupt nicht geworden ist, ist eine selbstverliebte musikalische One-Man- Show des begnadeten Gitarristen. Alex Pinter lässt seinen KollegInnen Dickbauer (Saxophone, Klarinette), Vladimir Kostadinovic (Schlagzeug) und die Hans Koller PreisträgerInnen Martin Reiter (Klavier) und Gina Schwarz (Bass), mit dem Wissen um deren virtuoses Können, genügend Raum zur eigenen Entfaltung. Und diesen nutzen sie auch. Ihr variantenreiches Zutun erweitert das klangliche Spektrum der Stücke um viele, viele Facetten und macht diese im Gesamten noch abwechslungsreicher und vielschichtiger.
Besonders schön sind vor allem die immer wieder neuen und überraschenden Wendungen. Der Gitarrist legt Fährten, die am Ende dann doch in eine ganz andere Richtung führen, als man anfangs vermutet. Vor allem diese unvergleichbare Leichtfüßigkeit und diese Unaufgeregtheit, mit welcher Alex Pinter dieses Kunststück vollführt, sind es, die faszinieren. Niemals in Kopflastige hineinkippend, entführt der weit umher gekommene Grazer seine HörerInnen auf eine immens nuancenreiche und ungemein stimmungsvolle Klangreise, welche von den traditionellen Spielweisen bis hin zu den modernen Interpretationen des Jazz führt. Die Musik befindet sich in einem steten, sich aber ständig verändernden Fluss, dessen Spannungsbogen durch den immer wieder kehrenden Wechsel zwischen ruhigen und zurückhaltenden Momenten und technisch virtuos gespielten Ausbrüchen vom ersten bis zum letzten Ton aufrecht erhalten wird.
Mit „The Beantown Experience“ ist Alex Pinter ein wirklich starkes Stück Musik gelungen. Eines, das auch nach mehreren Durchläufen nichts von seinem Reiz verliert und daher auf jeden Fall wert ist, einmal gehört zu werden. (mt)