
20 Jahre, 3 Jahre Pause, eine wetterbedingte Absage und ein Vorläufer, Rock in Ottensheim 1982, soweit der Titel. Der im Buch gespannte Bogen ist noch größer, es ist je ein Kapitel der „Höhle“, dem ersten Jugendzentrum in Ottensheim sowie dem „JO“, jenem Ort, dem auch das Open Air entsprang, gewidmet. So wird schon auf den ersten Seiten die seit nunmehr über 30 Jahren und vielen Generationen junger Menschen andauernde soziokulturelle Dynamik, die Ottensheim so sehr auszeichnet und nicht zuletzt für das Attribut „gallisches Dorf“ mitverantwortlich ist, deutlich.
Die Gastautoren Anatol Bogendorfer, Rainer Krispel,Wolfgang Almer, Stefan Haslinger und Lisa Wizany stecken halb essayistisch, halb theoretisch den Rahmen ab, Stefan Parnreiter-Mathys füllt diesen mit zu einer „Oral History“ kompilierten O-Tönen aus über 70 Interviews. Zu Wort kommen vor allem die VeranstalterInnen selbst, einige MusikerInnen, LokalpolitikerInnen und die ProponentInnen der ersten aktiven Generation aus den 80er Jahren.

Die für das Gemeindeleben wichtige soziale Wirkung des Musikfestivals, die im Buch behauptet wird, hat Anfang Juni eine dramatische Manifestation erfahren: Die ehrenamtliche Initiative „Hochwasserhilfe Ottensheim“, die Hilfesuchende und freiwillige Helfer in Kontakt brachte und vieles mehr leistete, war eine Hilfsinitiative der BetreiberInnen des Open Airs. Wissen, wie man Anpackt, sich organisiert und hilft, wurde hier in der Notsituation des Hochwassers praktisch angewandt.
Illustriert wird das rund 180 Seiten umfassende Buch von dutzenden Fotos, die neben der Vorgeschichte und der Geschichte des Open Airs samt vieler Bands, Bühnen, Bars und Pannen vor allem jene ins Bild rücken, die die Veranstaltung so besonders machen – die Mitarbeiter.
Infos und Bestellmöglichkeiten
mica club Mitglieder erhalten das Buch um 33% reduziert, also um 10 Euro statt um 15 Euro.
Foto Stefan Parnreiter-Mathys: Rene del Missier