
Wo immer auch Lukas Ligeti (Sohn des international bedeutenden Klassik-Komponisten György Ligeti) seine Finger mit im Spiel hat, das musikalische Ergebnis eines solchen Projektes ist immer eines, in welchem sich innovative Ansätze breit gemacht haben. Als jemand, der sich in seinem gesamten Schaffen mit Vorliebe zwischen den einzelnen stilistischen Stühlen bewegt, lässt sich der aktuell in New York lebende Komponist und Schlagzeuger eigentlich niemals in seiner musikalischen Freiheit einschränken. So auch nicht in seinem neuen Projekt Burkina Electric.
Gemeinsam mit MusikerInnen aus Burkina Faso (unter anderem mit dabei sind die Sängerin Maï Lingani, die in ihrer Heimat auch aufgrund ihrer beindruckend ausdrucksstarken Stimme als großer Superstar gefeiert wird, sowie Wende K. Blass, der zu den besten Gitarristen seines Landes zählt) übt sich der gebürtige Wiener im von allen traditionellen Begrifflichkeiten vollkommen losgelösten Grenzgängertum. Der facettenreiche und vielschichtige Sound, welchen die Formation entstehen lässt, deckt nicht nur ein weites stilistisches Spektrum ab – Elemente der afrikanischen Folklore finden sich in den Stücken ebenso wieder, wie solche aus der elektronischen Tanzmusik, Jazz und Pop -, er ist vor allem einer, der eines ganz besonders besitzt, und zwar Lebendigkeit.
Es ist letztlich ein in vielen Farben, bunt schimmerndes Klangfeuerwerk, welches Burkina Electric, denen neben den bereits erwähnten MusikerInnen auch noch Pyrolator (Elektronik), “As” Zoko Zoko und “Vicky” Idrissa Kafando (beide Tanz, Backround-Gesang) angehören, den Hörerinnen bieten, eines echtes Spektakel, das einfach niemanden kalt lässt. (mt)
Foto Burkina Electric: Samantha West