Ernst Krenek Forum feiert 5 Jahre

Am 5. Oktober feiert das Ernst Krenek Forum sein 5jähriges Bestehen, und lädt FreundInnen, UnterstützerInnen, KooperationspartnerInnen und BesucherInnen herzlich zu einem Geburtstagsfest in die Minoritenkirche Krems in Niederösterreich. mica – music austria verlost 2 2 Shuttle-Tickets Wien-Krems-Wien. Bei Interesse bitte eine Mail an office@musicaustria.at. Betreff: Ernst Krenek Forum

Mit der Eröffnung des Ernst Krenek Forums wurde 2008 eine Ausstellungsfläche geschaffen, die das vielschichtige und umfangreiche künstlerische Erbe des Komponisten Ernst Krenek (1900–1991) einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht, wie auch Plattform für Dialog, Diskussionen, Symposien und Konzerte bietet. So reichhaltig das Leben, Werk und die Interessen des großen österreichischen Komponisten Ernst Kreneks waren, so bunt und vielfältig sind die Themen und Neuerungen, die das Ernst Krenek Forum am 5. Oktober in der Minoritenkirche präsentieren wird:

Thomas Mann & Ernst Krenek: Der 5. Oktober läutet den Beginn einer Reihe an
Sonderausstellungen im Ernst Krenek Forum ein – in Erinnerung an das Symposium 2011 stehen der intellektuelle Austausch und die gegenseitige Beeinflussung zwischen dem Schriftsteller Thomas Mann und Ernst Krenek im Mittelpunkt der ersten Ausstellung.

Krenek & Musiktheater: Das Musiktheater ist ein zentrales Thema in Kreneks Kompositionen wie auch in seinen intellektuellen und sprachlichen Auseinandersetzungen und Schriften. Ab 5. Oktober 2013 wird eine Gesamtübersicht seiner Bühnenwerke & Opern für Fachpublikum, Presse und BesucherInnen zur Verfügung stehen. Aus diesem Anlass wurde eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zum Thema „Musiktheater–quo vadis” einberufen. Krenek hat sich zeit lebens intensiv mit der Präsenz zeitgenössischer Opern in den Spielplänen großer Opernhäuser auseinandergesetzt – ein Thema das bis heute an Relevanz nicht verloren hat. U.a. wird auch der österreichische Komponist Friedrich Cerha am Podium Platz nehmen, der nicht nur selbst einige Opern komponiert hat, sondern sich auch mit Krenek diesbezüglich regelmäßig ausgetauscht hat. Kreneks Opern soll mit einem weiteren spannenden Projekt mehr Präsenz und Gehör verschafft werden: Das Ernst Krenek Forum plant gemeinsam mit der Musikuniversität Wien, einen internationalen Opernworkshop. Die Pläne und Ideen dazu werden ebenfalls am 5. Oktober vorgestellt.

aron quartett & ALMA Ensemble: der dritte Programmpunkt wird vom aron quartett eingeleitet, das sich auf die Spuren Ernst Kreneks begeben und seiner romantischen „Schubertphase“ Gehör verschaffen wird. Im Anschluss daran wird ALMA, ein junges österreichisches Ensemble, das soeben auf col legno sein erstes Album veröffentlicht hat, zu Speis und Trank im wahrsten Sinne des Wortes aufgeigen und so den Abend gemütlich ausklingen lassen.

ZUM PROGRAMM

Die im Ernst Krenek Forum beheimatete Dauerausstellung „Ich hab‘ von dem fahrenden Zug geträumt“, kuratiert vom Krenek-Experten Matthias Henke, gibt einen umfassenden und spannenden Einblick in Kreneks Leben und Schaffen und zeigt weiters sehr anschaulich die gesellschaftlichen und geschichtlichen Ereignisse während Kreneks Lebenszeit (1900 und 1991). Das enorme Interesse des Komponisten an Sprache und Literatur sowie sein reger Austausch mit Intellektuellen, Komponisten und Literaten seiner Zeit weisen spannende Querverbindungen und geschichtliche Zusammenhänge auf, die Anlass für den Start einer neuen Sonderausstellungsreihe im Ernst Krenek Forum sind: beginnend mit Herbst 2013 sollen Persönlichkeiten aus Kreneks Umfeld und seine/ihre Beziehung zu Krenek gezeigt werden. Den Auftakt macht am 5. Oktober die Ausstellung „Thomas Mann und Ernst Krenek“, die die Lebensstationen beider Persönlichkeiten, sowie der Parallelen und Gemeinsamkeiten beleuchtet. Dabei soll der überaus befruchtende, intellektuelle Austausch sowie die gegenseitige Beeinflussung anhand einzelner Beispiele wie z.B. die Nähe von Kreneks Jonny spielt auf zu Manns Zauberberg, aufgezeigt werden. Die Ausstellung wird am 5. Oktober im Rahmen des Geburtstagsfests eröffnet, und wird bis Ende Dezember in den Räumlichkeiten des Ernst Krenek Forums zu sehen sein.

18:30–20:00 Uhr: Diskussionsrunde zum Thema Musiktheater Ort: Klangraum Minoritenkirche, Krems-Stein

Der zweite Programmpunkt wird sich dem großen und umfangreichen Thema „Musiktheater quo vadis“ widmen. Viele KomponistInnenn des 20. Jahrhunderts schufen ein ähnlich umfangreiches OEuvre wie Ernst Krenek, doch keiner setzte sich so häufig und kontinuierlich mit dem Musiktheater auseinander wie er. Über 20 Opern hat Krenek komponiert und oftmals auch das Libretto dafür geschrieben, sich in unzähligen musiktheoretischen Diskursen dazu geäußert und viele Artikel publiziert – dies alles belegt auf eindrucksvolle Weise seine Leidenschaft und sein enormes Interesse am Musiktheater. Erstmals wird nun sein Gesamtbühnenwerk in Form eines Krenek Opernführers präsentiert: unter www.krenek.at steht das Nachschlagewerk online zum freien Download bereit. In weiterer Folge wird 2014 eine interaktive Application entwickelt, die spannendes und bislang zum Teil unveröffentlichtes Audio- und Videomaterial beinhalten wird.

Als neugieriger und wacher Beobachter beschäftige sich Krenek intensiv mit der Frage der Existenzberichtigung der Oper als musikdramatische Gattung. Er ging davon aus, dass die Oper danach trachten müsste, neue Ideen & Zusammenhänge mithilfe der kreativen Mittel der Oper aufzuzeigen. Im Rahmen der Geburtstagsfeierlichkeiten wurde daher eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde einberufen, die den Fragen, warum es zeitgenössische Stücke sehr schwer in die Spielpläne der Opernhäuser schaffen und welche Rahmenbedingungen und Parameter geschaffen werden müssten, um dies zu ändern, nachgehen wird. Teilnehmen werden u.a. Friedrich Cerha (Komponist), Birgit Meyer (Oper Köln), Walter Kobéra (Neue Oper Wien); durch das Gespräch führt Peter Schneeberger (ORF).

20.30–22.30 Uhr: Konzerte mit dem aron quartett & ALMA Ensemble

Nach einer kurzen Pause und Erfrischungen geht es am 5. Oktober musikalisch weiter: Das aron quartett wird an diesem Abend u.a. Kreneks Streichquartett Nr. 7 zur Aufführung bringen und das Ensemble ALMA, das 2011 von fünf jungen MusikerInnen gegründet wurde und heuer bereits ihr erstes Album “Nativa” auf dem österreichischen Label col legno veröffentlicht hat, wird mit volksmusikalischen Stücken, Improvisation und Eigenkompositionen aufwarten.

aron quartett
Das aron quartett wurde 1998 von den vier Wiener Musikern Ludwig Müller, Barna Kobori, Georg Hamann und Christophe Pantillon, gegründet. Ihr künstlerischer Werdegang wurde von den Mitgliedern des Alban Berg Quartetts sowie von Ernst Kovacic und Heinrich Schiff entscheidend geprägt. Neben der Auseinandersetzung mit der klassischen Literatur für Streichquartett widmet sich das aron quartett den Werken der Zweiten Wiener Schule. Rege Konzerttätigkeit führte das aron quartett bisher durch Europa, die USA, Mexiko und Japan, sowie zu renommierten Festivals (Wiener Festwochen, International String Quartet Festival Prague, Biennale di Venezia, Schönberg Festival, Klangbogen Wien, Festival Cervantino, Kuhmo Festival, Stresa Festival, Berliner Enescu Tage, Carinthischer Sommer, u.a.).

aron quartett
Ludwig Müller, Violine
Barna Kobori, Violine
Georg Hamann, Viola
Christophe Pantillon, Violoncello

ALMA Ensemble
Mit ihren Wurzeln in der Volksmusik, ihren Ausbildungen an verschiedensten Instrumenten und in diversen Musikrichtungen sowie ihrer nicht enden wollenden Begeisterung für Kulturen und Bräuche, macht ALMA seit 2011 gemeinsam Musik. ALMA – das sind fünf junge MusikerInnen, die mit Sorgfalt ein breit gefächertes Repertoire von Volksmusik, Improvisation, Klassik bis hin zu Eigenkompositionen für ihre Konzerte zusammenstellen.

Julia Lacherstorfer–Geige, Gesang
Evelyn Mair–Geige–Gesang
Matteo Haitzmann–Geige, Gesang
Marie-Theres Stickler–Steirische Harmonika, Gesang
Marlene Lacherstorfer–Kontrabass, Gesang

ÜBER DAS ERNST KRENEK INSTITUT & FORUM
Die Ernst Krenek Institut Privatstiftung wurde 2004 mit dem Ziel gegründet, das kompositorische und schriftstellerische Werk Ernst Kreneks bekannter zu machen. Dabei stehen die Aufarbeitung seines Nachlasses sowie die Beratung von Künstlern und die Vernetzung mit Wissenschaftern im Mittelpunkt. Das Ernst Krenek Institut in Krems ist Anlaufstelle für Veranstalter, Musiker und Krenek-Forscher und fungiert als Leihgeber für Krenek-Exponate. Seit Anfang 2007 sind an die 75% der Krenek-Autographe des Institutes digital erfasst. Unter den ca. 25.000 Seiten finden sich auch die Autographe der beiden Opern „Karl V.“ und „Jonny spielt auf“ sowie mehr als 80 Aquarelle. Das Ernst Krenek Institut treibt in Kooperation mit diversen Universitäten wissenschaftliche Publikationen voran, veranstaltet Vorträge und Symposien und unterstützt Projekte der zeitgenössischen Musikszene.

Dem an der Donau-Universität angesiedelten Institut ist seit 2008 das Ernst Krenek Forum angeschlossen, eine Ausstellungsfläche im Minoritenkloster Krems-Stein, die einen umfassenden Einblick in Kreneks Leben und Werk bietet. Das Ernst Krenek Forum versteht sich als Vermittler von Kreneks Schaffen und als „Schaufenster“ des Instituts.


PROGRAMM

17:00 Uhr: Ausstellungseröffnung: Thomas Mann & Ernst Krenek
Klangraum Minoritenkirche und Ernst Krenek Forum, Minoritenplatz 4, 3500 Krems-Stein

18:30 Uhr: Diskussionsrunde: Musiktheater quo vadis?
mit Friedrich Cerha (Komponist), Birgit Meyer (Oper Köln), Walter Kobéra (Neue Oper Wien), und Moderator Peter Schneeberger (ORF) Klangraum Minoritenkirche, Krems-Stein

20:00 Uhr: Konzert: aron quartett
21:30 Uhr: Konzert: ALMA Ensemble
Klangraum Minoritenkirche, Krems-Stein

Link:
Ernst Krenek Institut