Her Voice Over Boys starten durch

Dieses Duo gilt für nicht wenige als eine der spannendsten österreichischen Popentdeckungen des Jahres 2012. Quasi mit der EP „Dogs“ und einem Auftritt bei dem international nicht ganz unbedeutenden Melt-Festival wie aus dem Nichts auf der Bildfläche erschienen, waren HVOB (kurz für Her Voice over Boys) binnen kurzer Zeit in aller Munde. Und das nicht nur hierzulande. Der filigrane, melodiöse und in einen warmen Sound gehüllte Elektropop mit Clubschlagseite von Anna Müller und Paul Wallner, den beiden Köpfen hinter diesem Aufsehen erregenden Projekt, ist einer, der sich ganz ohne das übliche Gefrickel gefühlvoll in Szene zu setzen weiß und einen unweigerlich vom ersten Moment an in seinen Bann zu zieht. Auch das auf dem Berliner Label Stil vor Talent erschienene Debütalbum nährt die Hoffnung, dass HVOB es schaffen könnten, das nächste große Musikding aus Österreich zu werden, was sich, blickt man auf die rege Konzerttätigkeit im Ausland, ja auch schon andeutet. In Österreich das nächste Mal live erleben kann man das Wiener Zweiergespann am 3. Mai im Rahmen des Donaufestivals in Krems.

So schnell also kann es gehen. Vor etwas mehr als einem Jahr vielleicht einem kleineren Kreise bekannt, legten HVOB in den vergangenen Monaten einen Start hin, der in dieser atemberaubenden Geschwindigkeit wohl nur wenigen anderen Acts gelingt. Wobei, führt man sich die Musik des Wiener Zweiergespanns zu Gemüte, dieser raketenhafte Aufstieg eigentlich gar nicht einmal so wirklich verwundert, besitzen die Nummern von Anna Müller (Komposition, Produktion, Gesang) und Paul Wallner (Komposition und Endproduktion) doch durch die Bank hohe Qualität und vor allem einen für den Kontext der elektronischen Clubmusik sehr eigenständigen Charakter.

Auf ihrem Debüt sich bewusst in der Distanz zu von den sonst so üblichen 08/15 Entwürfen bewegend, erheben die beiden die edle und stilvolle Zurückhaltung zur obersten Prämisse ihres kreativen Schaffens. An dem Punkt nämlich, an dem vergleichbare Entwürfe nicht über das Zitieren des bereits tausend Mal Praktizierten hinauskommen, genau an diesem spielen HVOB ihre wahren Stärken aus. Sie wissen um Anziehungskraft von Melodien und verstehen diese auch für sich zu nutzen. Ihre eher minimalistisch gehaltenen, stilistisch irgendwo zwischen House, Elektronik und Pop angesiedelten und von dem sanft betörenden Gesang von Anna Müller getragenen Songs erklingen trotz ihrer Eingängigkeit überraschend vielschichtig und abwechslungsreich, sie entfalten eine wohlig melancholische Atmosphäre und wirken auf ihre ganz eigene Art zeitlos.

HVOB zeigen auf mit ihrem Erstlingswerk, welch großes Potential tatsächlich in ihnen steckt. Die insgesamt 12 Tracks machen einfach Freude und Spaß, weil sie eben doch etwas anderes zu bieten haben, als man sonst so zu Gehör bekommt. (mt)

Termine:
05.04. Ninkasi, Lyon FR
03.05. Donaufestival, Krems
11.05. Überl & Gefährlich, Hamburg D
12.05. Rummelsburg, Berlin D
25.05. Lighthouse Festival CRO

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