WOSCHDOG – „MOLOCH“

Das Wiener Quintett WOSCHDOG meldet sich mit seiner neuen EP „MOLOCH“ (VÖ: 25.04.2025) zurück. Dabei bleiben sie sich und ihrem einzigartigen Zusammenspiel von klanglichen Einflüssen treu und erzeugen dadurch eine Art Hörspiel, das auch nach dem Ende der EP noch nachklingt.

Die Band woschdog hat ursprünglich 2017 als Trio auf Initiative von Karl Stirner, gemeinsam mit Sebastian Seidl und Ingrid Lang begonnen. Bereits von Anfang an stand fest, dass es sich dabei nicht um eine gewöhnliche Band handeln würde. Die Kombination aus Stirners Zitherspiel und dem elektronischen Background von Seidl schafft eine musikalische Grundlage, die nicht alltäglich ist. Verstärkt wird dies auch durch die Texte und die Stimme von Lang, die persönlichen Zustandsbilder und Beobachtungen im Wiener Dialekt vermittelt. Schnell wurde dem Trio bewusst, dass ein Rhythmusinstrument noch nötig wäre. So ist Jazzschlagzeuger Johannes Wakolbinger zum Trio dazugestoßen. Die vierköpfige Band hat im Oktober 2021 ihr Debütalbum „foin“ präsentiert und sich dadurch mit ihrem ungewöhnlichen Sound in vielen Köpfen etabliert. Im August 2022 hat Lukas Lauermann mit seinem verstärkten Cello das Quartett noch um ein fixes Mitglied erweitert. In dieser fünfköpfigen Besetzung präsentieren sie auch ihre aktuelle EP „Moloch“. Die musikalische Mischung aus Downtempo, Pop, Jazz und Electronics findet sich in den vier Liedern in ganz unterschiedlichen Aspekten wieder.

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Die Nummern lassen die Grenzen zwischen Musik und Sounddesign regelmäßig verschwimmen. An manchen Stellen werden Klangelemente nur sehr reduziert eingesetzt und dienen rein zur Untermalung der Stimme. An anderen Stellen übernimmt der Sound das Ruder und baut eine ganz eigene Klangwelt auf. Diese wirkt größtenteils düster und melancholisch, ziehen aber dennoch die Hörer:innen in ihren Bann. Besonders die letzten beiden Lieder sind dicht und einnehmend. Verzerrte Instrumente und schaurige Melodien zeichnen die Soundscape, die teilweise auch sehr mechanisch klingt. Verstärkt wird dies auch durch den Gesang von Ingrid Lang. An manchen Stellen singt sie weich und leise, an manchen jammernd und aufgebracht und wieder an anderen trocken und emotionslos. Trotz der unterschiedlichen klanglichen Strukturen haben die Lieder das relativ langsame Tempo gemeinsam. Dadurch können sich die Klangwelten noch weiter entfalten. Die Düsterheit findet ganz am Schluss doch ihr Ende, als der maschinelle Sound von Vogelgezwitscher abgelöst wird.

Textlich bewegt sich Ingrid Lang zwischen persönlichen Erlebnissen und universellen Erfahrungen hin und her. Dabei kreiert sie kompakte Antworten auf sämtliche hegemonial patriarchalen Irrtümer. Verantwortlich dafür ist eigentlich einfach nur die Sehnsucht nach ein bisschen Pause von einem System, das universell und unumgänglich erscheint. Dabei sprechen sie Themen, wie der immer fortschreitende Kapitalismus und die ungebremste Industrialisierung an, genauso wie die immer weiter anhaltende Gewalt gegen Frauen. Schlicht und doch bildstark ist dieses Thema auch im Musikvideo zu “Schwester Schlof” aufgegriffen worden.

Mit „Moloch“ knüpft das Wiener Quintett woschdog dort an, wo es aufgehört hat. Schaurig schöne Klangwelten und aktuelle Themen kommen in ihrer komplexen Musik zusammen. woschdog präsentiert die EP am 07.05.2025 live im Radiokulturhaus in Wien.

Ylva Hintersteiner

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Live
07.05.2025 – Radiokulturhaus, Wien

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