
Aber auch auf anderer Ebene entführt die heurige Ausgabe in andere Dimensionen, wenn in Bernhard Ganders „Das Leben am Rande der Milchstraße“ Neue Musik und Populärkultur in einer Sitcom-Oper das Aufeinanderprallen fremder Welten herbeiführen. Als Pendant dazu gibt es auf micatonal einen Ausschnitt der Bunny Games, die der Osttiroler anlässlich des Erste Bank Kompositionsauftrages 2006 verfasst hat, uraufgeführt und eingespielt vom Klangforum Wien unter Emilio Pomarico. Der Auftrag für das heurige Jahr erging an Reinhard Fuchs, von dem wir “twined races” in einer Aufnahme des Klarinettenduos StumpLinshalm spielen. Und auch Kompositionen weiterer Erste-Bank-Preisträger wie Olga Neuwirth und Clemens Gadenstätter stehen auf dem Programm, zudem Werke von Jorge Sánchez-Chiong und dem Klangforum-Cellisten Andreas Lindenbaum.
Wer bisher dachte, Neue Musik sei schwer konsumierbar, kann sich bei WIEN MODERN vom Gegenteil überzeugen lassen. Denn auch romantische Gefühlsregungen sind in der Neuen Musik nicht weit, wie schon poetische Werktitel wie „Dolce Malinconia“ von Manuela Kerer oder „Deine Welt ist ein Atemschöpfen“ von Thomas Amann unter Beweis stellen. Dass die Klangwelten von Georg Friedrich Haas mit ihren schwebenden Akkorden weder abgebrühte Kenner noch neues Publikum der Neuen Musik kalt lassen, dürfte nicht erst seit dem letzten Haas-Schwerpunkt bei Wien Modern im Jahr 2007 bekannt sein. Ganz anders hingegen gehen Bernhard Lang und Clemens Gadenstätter ans Komponieren heran. Während ersterer Werke seiner Kollegen aus Gegenwart und Vergangenheit mittels eigenen Computerprogrammen vielfältigen Transformationen unterzieht, setzt Zweiterer akustische Signale wie Sirenen musikalische in Szene.
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