Richtig lässigen, entspannten und erfreulicherweise nicht allzu glatt produzierten Indiepop mit Tiefgang, genau mit einem solchen wartet die Wiener Indiepop-Formation Well auf ihrem Erstlingswerk “Done” (Pumpkin Records, digital monkey music) auf. Die Band, deren Mitglieder Suzanna Canji, Alexander Grabenhofer-Eggerth, Christoph Fehringer und Tibor Tarcsay in der Wiener Szene bereits mit ihren Ex-Bands wie echophonic und Soda zu gewisser Bekanntheit gelangen konnten, zeigt, dass sie in Sachen Songwriting einiges auf dem Kasten hat. Alles Notwendige, die spannenden Ideen, das Gefühl für Melodien, sowie das Verständnis, diese auch in abwechslungsreichen und durchdachten Arrangements aufgehen zu lassen, mitbringend, formen sich Well ihren eigenen Sound, der sich auf erfrischende Art eine gesunde Distanz zu dem aktuell sonst so Fabrizierten hält.
Dass Suzanna Canji (Gesang, Bass), Alexander Grabenhofer-Eggerth (Gitarre), Christoph Fehringer (Gitarre) und Tibor Tarcsay (Schlagzeug) es verstehen, richtig klasse Songs zu schreiben, wissen die Kenner der lokalen Wiener Indie-Szene ja schon aus der Vergangenheit. Mit ihren ehemaligen Bands die städtischen Bühnen abrockend, haben sie sich im Laufe der Zeit das notwendige Rüstzeug dafür angeeignet, um nun den nächsten Schritt zu gehen. Unter dem Namen Well will der Vierer, den Begriff des Indiepop nach eigenen Vorstellungen mit neuem Leben erfüllen. Ein Versuch, der, hört man sich durch die Nummer des Erstlingswerks, auch ganz vortrefflich gelungen ist.
Well zeigen sich in ihren Songs musikalisch erfrischend abwechslungsreich und erfreulicherweise auch wenig affin zu dem sonst so dominierenden Mainstreamsound der Gegenwart. Und genau dieser Umstand findet auch in einer hörbaren Ungezwungenheit ihren Ausdruck. Die Frontfrau Suzanna Canji und ihre Kollegen musizieren einfach munter drauf los. Mal lassen sie die Gitarren so richtig in schönster Rockmanier ordentlich ertönen, um sich dann auch einmal zu erlauben, die eher ruhigeren und sanfteren musikalischen Gefilde zu bearbeiten. Es ist dieses ständige Wechselspiel der Dynamik, aus welchem das gesamte Album seinen Spannungsbogen bezieht.
Well zeigen auf Done, dass eine gewisse Eingängigkeit und Qualität nicht unbedingt immer Gegensätze darstellen müssen, dass der Indiepop dann an Qualitäten gewinnt, geht die Band eigenständig an die Sache heran. Und das tut diese Wiener Formation zweifelsfrei. (mt)
Foto Well: Christine Esslbauer