
Ohne Zweifel erlebt das Wienerlied im Moment einen regelrechten Boom. Alleine die hohen BesucherInnenzahlen bei den diversen Veranstaltungen landauf und landab belegen, welch hohen Stellenwert die Schrammelmusik inzwischen wieder geniest. Nach einer längeren Phase, in der die traditionelle Musik aus Wien ein eher bescheidenes Dasein fristete und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde, konnte das Interesse der Musikliebhaber wieder geweckt werden. Ein Grund dafür ist, dass sich das Wienerlied von heute sich als ein zu allen Seiten offener Musikstil präsentiert, der auch vermehrt ein junges Publikum anspricht. Zwar wird bei Wean Hean die Fahne des traditionellen Liedguts immer noch hochgehalten, der Anteil an Neuem und Frischem hat aber in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen.
Daran ändert sich auch in diesem Jahr nicht. Ein Blick auf das erneut ungemein dichte Festivalprogramm verrät, dass es auch diesmal nicht an Höhepunkten mangeln wird. Einen besonderen Platz eingeräumt bekommt heuer die Auseinandersetzung mit dem Wienerliedschaffen jüdischer Komponisten und Textdichter. In insgesamt sieben von zwölf Veranstaltungen wird jüdische Thematik, die schon 2011 ihren Beginn genommen hat, weiter vertieft. So steht schon der Eröffnungstag unter dem Titel „Lomir sich iberbetn” mit Konzerten und Veranstaltungen im Jüdischen Museum Wien, im Café Hawelka und im Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek, ganz im Zeichen des jüdischen Beitrags zur Wienermusik. Unter anderem spielen werden Aliosha Biz & Roman Grinberg, das Ensemble Klesmer Wien & Tini Kainrath sowie Marwan Abado.
In derselben wunderbaren und abwechslungsreichen Tonart geht es dann auch die darauffolgenden Wochen weiter. Unter anderem freuen darf sich das Publikum auf musikalische Darbietungen von Die Brauers (Arik Brauer, Timna Brauer & Elias Meiri), Kollegium Kalksburg, Hannes Löschel und der Wean Hean-Band Weana Korn & D’Heirigen, Chris Pichler, Wolfram Berger und Otmar Binder und vielen mehr. Ebenfalls seine Fortsetzung findet die Programmschiene der Städtebegegnungen. Diesmal im Blickpunkt steht die polnische Stadt Wroclaw (Breslau).
Alles in allem dürfen sich die BesucherInnen auf, aus musikalischer Sicht, überaus abwechslungsreiche und unterhaltsame Wochen freuen, in denen voraussichtlich alle auf ihre Kosten kommen sollten. (mt)
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