Nach jahrelangen Bemühungen ist es nun endlich wirklich soweit. Wien bekommt mit Waves Vienna sein erstes Showcase- und Clubfestival. Und das in einer Dimension, die man vor wenigen Jahren wohl kaum wirklich für möglich gehalten hat. Das von Monopol Medien (TBA, The Gap) in Kooperation mit Ink Music und dem mica-music austria organisierte Festival verwandelt die österreichische Bundeshauptstadt vom 28. September bis 2. Oktober in ein echtes europäisches Zentrum für Popmusik. An den fünf Veranstaltungstagen werden in den wichtigsten Wiener Clubs insgesamt 80 internationale und heimische Acts aus den Bereichen Alternative, Electronic, Rock und Clubmusik zu sehen sein. Vorwiegend handelt es sich bei den musikalischen Gästen aus dem Ausland um Acts aus Osteuropa. Darüber hinaus bieten die Veranstalter neben dem musikalischen Programm auch eine Music Conference an, im Rahmen derer in Lectures, Panels und Workshops, das Überthema des Festivals „East meets West“ näher beleuchtet werden soll.
Ganz nach dem Motto „East meets West“ versucht Waves Vienna eine Brücke hin zu den Musikszenen in Osteuropa zu schlagen. Trotz der Nähe Wiens zu Zentren wie Bratislava, Budapest oder Prag ist hierzulande wohl nur wenigen bekannt, was sich musikalisch in diesen Städten wirklich abspielt und welche Bands und MusikerInnen dort angesagt sind. Zumindest was Pop- und Rockacts angeht. Anders sieht es da schon im Bereich der Weltmusik aus. Besonders dort konnte sich Wien in den vergangenen Jahren als kreatives und lebendiges Zentrum zwischen Ost und West positionieren, was unter anderem die große Zahl bedeutender internationaler Festivals eindrucksvoll belegt. Warum sollte dies nicht auch der heimischen Popmusikszene gelingen? Und genau an diesem Punkt setzt auch Waves Vienna an.
Man will vor allem einen musikalischen Austausch in Gang setzen, welcher die Aufmerksamkeit auf ein bislang noch wenig bekannte Musikwelten lenken soll. In diesem schönen Vorhaben unterstützt wird das Veranstaltungsteam rund um den Festivaldirektor Thomas Heher von internationalen Festivals wie dem Sziget in Budapest, dem Exit in Novi Sad und dem Wilsonic in Bratislava, die als Partner gewonnen werden konnten.
Auf jeden Fall dürfen sich die Musikliebhaber auf fünf außergewöhnliche, abwechslungsreiche und spannende Veranstaltungstage freuen. Insgesamt werden 80 Acts aus dem In- und Ausland auf den verschiedenen Bühnen der Stadt zu sehen sein. Die Konzerte finden im Badeschiff, das gleichzeitig auch das Zentrum des Festivals bildet, im Flex, im Fluc, in der Pratersauna, in der Urania, dem Clubschiff, dem Hamakom und im Stadtsaal, wo auch die Eröffnung mit einem Auftritt von Soap&Skin samt Ensemble über die Bühne geht, statt. Das gesamte Musikprogramm soll in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Doch Waves Vienna soll nicht nur alleine der musikalischen Unterhaltung dienen. Einen großen und bedeutenden Teil nimmt auch eine Konferenz ein, im Rahmen derer in Panels und Lectures Möglichkeiten einer engeren Vernetzung von Labels, Verlagen, Konzertveranstaltern und Medienvertretern aus dem Osten und Westen angedacht und umgesetzt werden sollen. Speziell für heimische Musikschaffende konzipiert sind auch Workshops, welche den Fokus vor allem auf Do It Yourself-Ansätze richten.
Insgesamt dürfte das Festival Waves Vienna zur weiteren Belebung der in den vergangenen Jahren höchst aktiven und erfolgreichen heimischen Popszene beitragen, findet nun doch erstmals auch eine internationale Vernetzung im großen Stil statt. Das lässt durchaus hoffen. (mt)
http://wavesvienna.com/