Zum zehnjährigen Bestehen des bei vielen WienerInnen sehr beliebten und daher auch stark frequentierten Gürtellokals Rhiz warten die lokalen Artrock-Freigeister Bulbul mit einem besonderen Geschenk auf. Über das ganze Jahr verteilt, lädt die Band zu zahlreichen Konzertabenden, bei denen sie gemeinsam mit unterschiedlichen GastmusikerInnen auftreten und deren Musik in neuer Form interpretieren. Spannend wird es am 27. Mai.
Der Gast ist nämlich international und sehr bekannt. Der Name bleibt aber bis zum Konzert geheim.
Bulbul zählen ohne Zweifel zu den innovativeren Vertretern der heimischen Rockmusikszene. Schon seit ihrer Gründung im Jahre 1997 war die Truppe für ihren nur schwer kategorisierbaren Stil bekannt. Anfangs von Mastermind Manfred “Fredl” Engelmayr noch als Soloprojekt angedacht, führte eine gewisse Eigendynamik zu einer musikalischen Entwicklung, an deren Ende schließlich ein stabiles Bandgefüge stand. Schon immer war die illustre Formation offen für nahezu alles, was auch nur im Entferntesten interessant zu klingen schien. Gerade dieser Aspekt macht die Sache auch heute noch so spannend. Die Einflüsse sind so breit gesät, dass sich das erstmalige Durchhören der Tracks als eine wahre Entdeckungsreise entpuppt.
So kombinieren Bulbul rotzigste Melvins-Gitarrenläufe mit scheppernder Elektronik zu einem grandiosen Noise-Erlebnis, welches in dieser Form recht selten anzutreffen ist. Auf den Punkt gebracht, spielen Bulbul schlicht und einfach laute Rockmusik, die mit elektronischen Versatzstücken ganz ohne Scheuklappen so richtig schräg und unverkennbar daherkommt. Zur Freude der Fans stellt das Trio auch ein neues Album in Aussicht. Auf dem von Patrick Pulsinger produzierten Werk werden auch Gäste wie Philipp Quehenberger, Carla Bozulich und Aaron Carl zu hören sein.
Schon die bisherigen Konzerte dieser Veranstaltungsreihe warteten mit einigen Überraschungen auf. Egal ob mit Maja Osojnik oder zusammen mit dem eben erwähnten Philipp Quehenberger, Bulbul bewiesen jedes Mal ihre unglaubliche Wandlungsfähigkeit. Wer im Mai der Gast sein wird, ist streng geheim. Auf jeden Fall handelt es sich um einen namhaften internationalen Act. Lässt man aber die bisherigen Konzerte Revue passieren, kann man durchaus davon ausgehen, dass es einmal mehr höchst unterhaltsam zur Sache gehen wird.
Michael Ternai
Foto Bulbul: Kurt Prinze

