Zu einem hoch interessanten und abwechslungsreichen Konzertabend lädt Valeot Records am 15. Dezember ins Wiener Fluc. Wer das Label kennt, der weiß, in welche Richtung es geht. Geboten wird experimentelle, teils avantgardistisch angehauchte Pop/Rockmusik. Mit Slon und dem Werner Kitzmüller Trio stehen zwei Formationen auf der Bühne, welche die Philosophie der Labelbetreiber bestens repräsentieren.
Mit ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Debütalbum “Antenne” zeigten Slon auf eindrucksvolle Art und Weise, in welche Richtung sich anspruchsvolle Rockmusik als Ganzes in der Zukunft entwickeln könnte. Der Wiener Band geht es nicht um Pathos, ihr geht es nicht darum, den für das Genre so typischen Klischees zu entsprechen. Es geht schlicht und einfach um das, was die Musik zu erzählen hat. Die Einflüsse von Slon reichen von Post- und Mathrock über Hardcore und Noise bis hin zu Jazz und experimenteller Musik. Beim Durchhören der Songs schwingen im Hinterkopf irgendwo die Namen Tortoise, Neurosis, Pelican und Isis herum. Das Spiel zwischen heftigsten Noise-Ausbrüchen und sich langsam aufbauenden Klangcollagen entwickelt eine solch fesselnde Spannung, dass man nicht gewillt vor dem Ende des Liedes die Stop-Taste zu drücken. Wo andere instrumentale Postrockbands Gefahr laufen, sich in endlosen Wiederholungen zu verlieren, dort erklingen Slon “unvorhersehbar, abwechslungsreich, vertrackt, kantig und multidimensional”.
In eine vollkommen andere Richtung führen Werner Kitzmüller, David Schweighart und Alexandr Vatagin ihr Publikum. Anspruchsvolle, auf die Essenz reduzierte Popmusik mit viel Tiefgang und melancholischem Einschlag. Mit Musik zu machen begonnen hat Werner Kitzmüller 1999 heimlich im stillen Kämmerlein. Schnell waren auch schon die ersten Songs geschrieben, die von der Qualität aber einfach zu stark waren, um ungehört zu bleiben. 2007 folgte die Veröffentlichung einer EP auf dem Label Beatismurder, wo er schließlich auch seine heutigen Mitstreiter Alexandr Vatagin und David Schweighart kennenlernte. Man mochte sich und verfolgte die gleichen musikalischen Visionen. Die besten Voraussetzungen also sich zusammenzutun und gemeinsame Sache zu machen.(mt)

