Ulrich Drechsler präsentiert Metropolis

Am 24. Juni lädt Ulrich Drechsler, einer der vielseitigsten und kreativsten Köpfe der heimischen Jazzszene, seine Fans zum dritten und letzten Teil seiner Konzertreihe „Silent Movie Sessions“ in die Wiener Neustädter Backstagebar. Gemeinsam mit seinem Musikerkollegen, dem Gitarristen Heimo Trixner,  vertont der Klarinettist mit Fritz Langs „Metropolis“ einen der wohl bedeutendsten und bekanntesten Stummfilmklassiker der Filmgeschichte.

Ulrich Drechsler ist ohne Zweifel ein Hans Dampf in allen Gassen. Nur wenige Musiker haben ihre Finger in so vielen Projekten mit im Spiel wie der österreichische Ausnahmeklarinettist. Große und auch über die heimischen Grenzen hinausreichende Bekanntheit erlangte der Wiener mit seiner Formation Café Drechsler. Was den Amadeus Music Award Gewinner aus dem Jahre 2005 vor allem auszeichnet, sind seine enorme Vielseitigkeit und eine fast nicht zu bändigende Experimentierfreude,  was sich auch in der immensen Bandbreite seines musikalischen Verständnisses widerspiegelt.

Mit dem Versuch das ohnehin schon sehr weite Klangspektrum des Jazz durch die Hinzunahme unterschiedlichster Elemente aus anderen Genres zu erweitern, leistet der Klarinettist in vielen Fällen eine Art Pionierarbeit. Ohne Scheuklappen macht sich Ulrich Drechsler daran, Stile miteinander in Verbindung zu setzen, die auf den ersten Blick nicht wirklich vereinbar erscheinen. Fast spielen gelingt es dem Wiener, moderne elektronische Musikströmungen wie Trip Hop, Drum´n´Bass, Bossa Nova und Breakbeat in eine rein akustische und jazzig angehauchte Form zu übersetzen. Durch sein Spiel entstehen wunderbar ineinander fließende klangliche Landschaften, welche die HörerInnen vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen.

Mit einer solch großen Bandbreite an akustischen Ausdrucksmöglichkeiten ausgestattet ist Ulrich Drechsler natürlich prädestiniert dafür, sich auch solch herausfordernden Projekten wie der Vertonung eines Stummfilms zu widmen. Wiewohl gerade die musikalische Begleitung von bewegten Bildern dem Künstler eine hervorragende Gelegenheit bietet, sich voll zu entfalten. Die Schwierigkeit einer solchen Arbeit liegt besonders darin, den Film in ein passendes klangliches Kostüm zu hüllen sowie die  atmosphärische Richtung vorzugeben.

Die BesucherInnen der Backstagebar dürfen auf jeden Fall gespannt, wie es Ulrich Drechsler diesmal anzulegen gedenkt.  Mit Fritz Langs Metropolis hat sich der Klarinettist zum Abschluss seiner Konzertreihe einen der wohl bedeutendsten Stummfilme aller Zeiten ausgesucht. Der 1926 entstandene Film gilt bis heute, ob seines für die damaligen Verhältnisse immensen optischen Reichtums, als Meisterwerk, welches das Genre des Science-Fiction-Filmes nachhaltig beeinflusste.(mt)

Foto: Wolf-Dieter Grabner