Diese Combo ist eine aus dem Wiener Musikleben längst nicht mehr wegzudenkende musikalische Institution. Der Name TRIO LEPSCHI steht für nichts anderes als für das moderne und mit Stilen aller Art angereicherte Wienerlied. „In Himmö“ (Hoanzl), so der Titel des nun erscheinenden neuen Albums der drei ehrenwerten Herren Tomas Slupetzky, Stefan Slupetzky und Martin Zrost, liefert in eindrucksvoller Manier einmal mehr den Beweis dafür.
Eines kann man nach dem ersten Durchhören des neuen Trio-Lepschi-Albums definitiv sagen: Das Wiener Dreiergespann hat erneut alles richtig gemacht. In der Sprache irgendwo zwischen Vorstadtstrizzi und Innenstadtsnob die tiefen Untiefen der Wiener Seele persiflierend, liefern Tomas Slupetzky (Gesang, Gitarre), Stefan Slupetzky (Gesang, Säge, Glasorgel) und Martin Zrost (Gesang, Gitarre, Klarinette, Saxophon, Glasorgel) wie gewohnt schlagfertig Nummern ab, wie sie in ihrer Art wirklich nur in Wien entstehen können. Schwarzhumorig, bissig, immer ein bissl unkorrekt, um keine Peinlichkeit verlegen und am Ende dann doch nicht immer so ganz ernst gemeint besingen die drei musikalischen Freigeister und Querköpfe die absurden und weniger absurden Geschichten über die bittersüßen bis tieftraurigen Dinge des alltäglichen Lebens.
Stilsicher vielfältig
Musikalisch zeigen sich die drei Herren wie auch schon in der Vergangenheit zu allen Seiten hin sehr offen und experimentierfreudig. Das traditionelle Wienerlied stilistisch bis zu dessen Grenzen ausdehnend, sucht das Trio Lepschi immer wieder auch Anknüpfungspunkte zu anderen Spielarten, wie etwa zum Jazz, Bossa Nova, Blues, Chanson, ein wenig Klezmer und vielem mehr. Der klanglichen Vielfalt werden keine Grenzen gesetzt. Die Kunst, die Tomas Slupetzky und seine kongenialen Partner eindrucksvoll beherrschen, ist, aus diesem Viel an Einflüssen etwas vielschichtig Homogenes und zugleich neuartig Klingendes zu formen. Auch wenn die Nummern in ihrer instrumentalen Akzentuierung sehr unterschiedlicher Natur sind, es ist ihnen immer diese unverkennbare und manchmal auch etwas schräg anmutende bandeigene Note inne, die wirklich zu begeistern weiß.
Man kann durchaus sagen, dass das Trio Lepschi mit „Im Himmö“ einmal mehr ein dickes Ausrufezeichen setzt. Das Album ist eines, das schlicht und einfach zum Zuhören einlädt. Es ist originell, eigenständig und in hohem Maße unterhaltend. Was will man mehr?
Michael Ternai
Bilder: Julia Maetzl
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Trio Lepschi