
Fadi Dorninger hat sich wieder einmal auf eine Reise begeben. Und zwar in die italienische Region Latium. Die Gegend rund um Rom ist bekannt für ihre kulturellen Schätze und die wunderschöne Natur. Kein Wunder also, dass sich der eigenwillige Soundtüftler aufgrund der vielen Eindrücke inspiriert gefühlt hat. Was er auf seinem neuen Album nun abliefert, ist seine ganz eigene musikalische Liebeserklärung an dieses kleine Stückchen Land, eine, die sich doch etwas quer zu den stilistisch vordefinierten Kontexten legt.
Musikalisch bleibt der Linzer auch auf “Latium” dem elektronischen Minimalismus treu, wobei er diesmal soundtechnisch doch um eine Spur zugänglicher an die Sache herangeht. Regierte auf “The Alps” noch eine Art klangliche Unterkühltheit, so dringen nun doch auch wärmere Farben an die Oberfläche, die den eher düsteren Grundtenor der Nummern dann doch etwas aufhellen. Irgendwo zwischen Techno, avantgardistischer Computermusik, Ambient, Industrial und ein wenig Pop agierend, formt sich Fadi Dorninger vielschichtige, bildhafte und in ihrer Art sehr unterschiedliche Klanglandschaften, die allesamt ständig – mal vertrackt, mal gerade – vor sich her pulsieren und dabei eine in die Tiefe gehende und eine fast schon hypnotische Anziehungskraft entwickeln. Jeder gesetzte Ton und Klang, jedes (Stör-) Geräusch, jeder Ansatz einer Melodie, jeder Beat macht Sinn und trägt zum funktionierenden stimmungsvollen Gesamtbild bei.
Fadi Dorninger macht auf „Latium“ auf wirklich schöne Art vor, dass es in der elektronischen Musik nicht zwangsläufig immer nach denselben Regeln ablaufen muss, sondern dass man sich sehr wohl schon auch einmal von den üblichen Mustern lösen und der Thematik auch aus einer anderen Perspektiven her annähern kann.
Michael Ternai