
Wenn schon jemand wie Otto Lechner, seines Zeichens einer der bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten des Landes, meint, es handle sich bei Johannes Steiner um „einen der derzeit interessantesten Komponisten für Akkordeon-Musik”, dann hat das schon etwas zu bedeuten. Und wenn dann auch noch ein zweiter Großer der internationalen Weltmusikszene, der Niederländer Servais Haanen, über dessen Spiel sagt: „Wahnsinn, das ist fern von allem, was ich jemals auf der diatonischen Harmonika gehört habe“, kann man getrost davon ausgehen, dass man hier tatsächlich einen virtuos agierenden Musiker vor sich hat.
Johannes Steiner hat mit seiner Formation in der Tat nicht allzu lange gebraucht, sich einen Namen zu machen. Gerade drei Jahre sind seit der Gründung von Die Resonanz vergangen, und schon sind er und seine Mitmusiker sowohl im In- wie auch Ausland gern gesehene Gäste. Es ist vor allem Steiners höchst eigenwilliger Ansatz, der ihn zu seiner aktuellen Stellung verholfen hat. Musikalisch fühlt sich der ungemein experimentierfreudige Harmonikaspieler in unterschiedlichsten Genres beheimatet. Als eine Art musikalischer Querdenker und Freigeist versucht stets, neue Pfade abseits herkömmlicher Konventionen zu beschreiten. Vor allem beeindruckt die ungemeine Leichtigkeit, mit welcher der Salzburger vermeintlich Gegensätzliches wie etwa Jazz, Weltmusik, Improvisation und Avantgarde in einer einheitlichen Klangsprache zu vereinen versteht. Wiewohl seine Kompositionen eher rhythmisch komplexer Natur sind, wirken diese dennoch gefällig und niemals allzu kopflastig.
Im Trio, gemeinsam mit dem Saxophonisten und Klarinettisten Norbert Asen und dem Schlagzeuger Robert Kainar, begibt sich Johannes Steiner auf eine abwechslungsreiche und vielschichtige Klangreise, deren Ziel sich vermutlich erst am Ende offenbaren wird. Was die gesamte Sache auch so spannend macht. (mt)
Jazz im Sägewerk