Solar Manoeuvre – Gold Rush In Dead Space

Bei Solar Manoeuvre handelt es sich um eine Band, die sich selbstbewusst genug zeigt, ihr eigenes Ding durchzuziehen. Sich in keiner Form an irgendwelche hippen Sounds anlehnend, zelebrieren die fünf Klosterneuburger eine Form des Indierock, die doch verspielter, durchdachter  und weniger eingängig klingt, als vieles andere, was man aus diesem Bereich zu hören bekommt. „Gold Rush In Dead Space“, so der Titel des Ende 2012 erschienenen Erstlingswerks, zeigt sich aus musikalischer Sicht als ein sehr abwechslungsreiches und stimmungsvolles Stück Musik. Die Songs haben durch die Bank Qualität, Tiefe, wie auch Ohrwurmcharakter, sie erschließen sich schnell und lassen auch weit mehr nur als einmal hinhören. Präsentiert wird „Gold Rush in Dead Space“ am 15. Mai im Wiener Gürtellokal Loop.
 
Es ist schön zu sehen, dass es doch noch anders geht. Man muss sich als Band nicht unbedingt immer all den erfolgsversprechenden Formeln und Trends unterwerfen, um klasse Songs an den Start zu bringen. Musikalisch angelehnt an so manche 70er und 90er Jahre Rockentwürfe gelingt es Solar Manoeuvre auf sehr überzeugende Art und Weise den Bogen hin in die Gegenwart zum Sound von Bands wie Arcade Fire zu spannen. Alles andere als altbacken erklingen die Nummern der niederösterreichischen Formation erfrischend zeitlos und fern jeglichen Mainstream-Sounds. Was auch daran liegt, dass die fünf Jungs Roland, Christian, Alexander, Andreas und David bewusst auf irgendwelche Schnellschüsse verzichten und ihrer Musik einfach auch die notwendige Zeit lassen, sich wirklich zu entfalten. Da kommt es schon vor, dass sie auch mal längeren Gitarrensolos oder verspielten und psychedelisch angehauchten Passagen den Raum lassen und von den im Indierock üblichen einfachen Verse-Refrain Strukturen abkehren.

Hörbar ist hier Truppe am Werken, der es nicht am Verständnis und am Wissen mangelt, wie man mit Melodien umgeht und  Songs auf durchdachte und abwechslungsreiche Art arrangiert. Zwischen Passagen, in denen es schon ordentlich abgeht und zurückhaltenden, ruhigen und fast schon balladesken Momenten hin und her pendelnd, zeigen Solar Manoeuvre, dass es durchaus möglich ist, Eingängigkeit mit anspruchsvolleren Songwriting in Verbindung zu setzen. Ihr Rock, der erfreulicherweise alles andere als glatt produziert aus den Boxen schallt, ist einer, der einlädt, sich mit ihm intensiver auseinanderzusetzen, weiß er doch aufgrund seiner eigenen Note auch nach mehreren Durchläufen immer noch zu gefallen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Solar Manoeuvre mit „Gold Rush In Dead Space“ ein mehr als überzeugendes Erstlingswerk gelungen ist, eines,  an dem Liebhaber des anspruchsvollen Indierock auf alle Fälle ihre Freude haben werden. (mt)

http://solarmanoeuvre.com/