
Dass Simon Frick auf seinem Solo-Debüt die etwas härtere Musikschiene fährt, überrascht – blickt man unter anderem auf sein Bandprojekt DEED – im ersten Moment eigentlich nicht wirklich. Der Geiger ist seit jeher ein bekennender Liebhaber des Metal und so kann man sein Album auch als eine Art Erfüllung eines lang gehegten Traumes ansehen. Wiewohl man aber dann doch auch dazu sagen muss, dass der Vorarlberger, der für sein enormes musikalisches Spektrum bekannt ist, hier jetzt kein einfach nur mit einer verzerrten Geige eingespieltes klassisches Heavy-Album abgeliefert hat. Nein, davon ist er meilenweit entfernt.
Von richtig heftig bis wunderbar lyrisch
Grob gezeichnet, zieht Simon Frick, der auf der Platte zwischen Eigenkompositionen und Coverversionen (u. a. des Nirvana-Klassikers „Smells Like Teen Spirit“) hin und her wechselt, seine musikalische Linie von den harten und energetischen Formen des Rock – mit Stationen in diversen anderen Stilen (Gypsy-Musik, ein wenig Jazz) – hin zur lyrischen Kammermusik. Sprich, es wird zum Teil schon ordentlich laut, wie es auch sehr ruhig und sanft zugehen kann. Auf jeden Fall lässt der „Teufelsgeiger“ einen recht ungewöhnlichen musikalische Mix entstehen, der zwar – denkt man an eine Band wie Apocalyptica – nicht gänzlich unbekannt ist, aber dennoch immer wieder mit einer anderen klanglichen Akzentuierung aufwartet.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Simon Frick ein wirklich starkes Album gelungen ist, eines, das sich dem Rock der harten Prägung einmal aus einer anderen Richtung annähert und wegen der überaus ideenreichen musikalischen Umsetzung sein Pulver erfreulicherweise auch nach vielen Durchläufen noch nicht verschossen hat.
Michael Ternai
Simon Frick solo live:
28.01. Prückel, Wien
http://www.simonfrick.com/