Schapka (Шaпκa) – „Schall-Bumm“

Rechtzeitig zum zehnjährigen Bestehen setzt die vierköpfige Frauenband SCHAPKA mit ihrem neuen Album „Schall-Bumm“ (Numavi Records) einmal mehr ein selbstbewusst feministisches Zeichen gegen das überkommene System des Patriachats.

Schapka ist eine Band, die etwas zu sagen hat, gegen den Mainstreamstrom schwimmt, eine Haltung vertritt und diese auch in eine musikalisch ausgesprochen interessante Sprache umzumünzen weiß. Als sich Laura Gstättner, Marie Lehner, Lilian Kaufmann und Dora de Goederen 2012 zusammentaten, hatten sie eine konkrete Vision, und zwar die, mit ihrer Musik und Texten den Finger auf offene Wunden legen. Sie beziehen Position gegen die patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft, gegen Rassismus im Großen wie auch im Kleinen, gegen den Ausschluss von Minderheiten und stellen sich vollends in den Dienst feministischer und queeren Bewegungen. Erfrischend ist, dass Schapka das – wie auch auf ihrem neuen Album „Schall-Bumm“ – nicht nur mit dem erhobenen mahnenden Fingerzeig tun, sondern durchaus auch mit Witz und Selbstironie. Die Songs der Band regen nicht nur zum Nachdenken und Reflektieren an, sondern machen auch wirklich Spaß und lassen Schmunzeln.

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Aber Schapka wissen nicht nur mit ihrer Message zu überzeugen. Auch musikalisch beschreitet der Vierer einen hochgradig unkonventionellen und unangepassten Weg. Laura Gstättner, Marie Lehner, Lilian Kaufmann und Dora de Goederen machen, was sie wollen, mit dem Ergebnis, dass ihr Album wirklich sehr abwechslungsreich klingt. Die Musikerinnen lassen es in schönster DIY-Manier genauso mal laut und punkig werden, wie auch mal sanft und indiepoppig, dann wieder hauen sie einfach nur so eine Hip-Hop Nummer raus oder lassen ein wenig New Wave durchklingen. Auf „Schall-Bumm“ setzt jeder Song wirklich seinen eigenen, immer etwas schräg gelagerten Akzent. Und genau das macht dieses Album zu einem ausgesprochen gelungenen.

Michael Ternai

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Links:
Schapka (Facebook)
Numavi Records