Sawoff Shotgun

Vor gut zwei Jahren sorgten Sawoff Shotgun mit ihrem beachtlichen Debüt „Never Mind The Botox, Here Comes The Sawoff Shotgun” für eine der großen musikalischen Überraschungen in der heimischen Popszene. Im Frühjahr 2011 legten sie mit „For Our Sanity“ erneut ein ganz starkes Stück Popmusik vor. Was die drei Schwestern Sonia, Monica und Susanna bieten, sind wunderbar mitreißende, stilistisch irgendwo zwischen Pop, Electro und Club-Sound angesiedelte Songs, die sofort ins Ohr gehen und einfach nur Spaß machen.

Schon auf ihrem Erstlingswerk haben die drei Damen von The Sawoff Shotgun, ohne wirklich nach links und rechts zu blicken, einfach nur ihr ureigenes Ding konsequent durchgezogen. Und dieser Ansatz hat sich auch auf dem zweiten Album erfreulicherweise nicht viel geändert. Immer noch regiert eine hörbar freche, punkige Riot-Girl Attitüde, die, umgesetzt in insgesamt zwölf Songs (darunter ein Remix), eine ungemein kraftvolle und mitreißende Version von tanzbarer Popmusik ergibt. Jeder der einzelnen Tracks ist ein Ohrwurm, wiewohl den drei Musikerinnen Sonia, Monica und Susanna auch auf ganz wunderbare Art und Weise das Kunststück gelungen ist, jegliche Untiefen des Mainstream-Pop geschickt zu umschiffen. Und genau dieser Spagat zwischen reiner Partytauglichkeit auf der einen und einem Anspruch auf Qualität auf der anderen Seite macht „For Our Sanity“ zu einem ganz besonderen, weil authentischen Album.

Hier wirkt nichts gekünstelt oder irgendwie aufgesetzt. Man nimmt den drei MusikerInnen ihre extravaganten Rollen tatsächlich ab, weil musikalisch das gesamte Konzept der aktuell zwischen Hamburg, Berlin und Wien hin und her pendelnden Band ja auch auf ganz sicheren Beinen steht. Stilistisch kennen die Protagonistinnen keine Einschränkungen. Elektropop mit starken Trash-Anleihen trifft auf New Wave und Disco. Dazu ein paar Gitarren und Klänge einer Ukulele, eines Vibraphon und Toy-Pianos, und fertig ist das sehr vielschichtige Sounduniversum von The Sawoff Shotgun. Dass diese Mischung auch ankommt, beweist die Tatsache, dass die Vorabsingle „Kids On Coke“ auf Anhieb in die Top-10 der deutschen Indie-Charts kletterte.
 
“For Our Sanity” ist einfach ein Album, welches Spaß macht und das auch nach mehreren Durchläufen nichts an seinem Reiz verliert. Den drei Damen Sonia, Monica und Susanna ist in der Tat ein starkes Stück Musik gelungen, das vermutlich noch mehr Leute begeistern wird können, wie bisher. Bei solcher Qualität wäre das allemal zu wünschen. (mt)

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