Sam’s Bar geht in die vierte Runde!

Jazziges, Improvisiertes, Südosteuropäisches, Wienerisches, Israelisches, Streitbares, Syrisches, Fragwürdiges, Erfrischendes. Von 3. bis 18. Dezember verwandelt sich der Saal des Theater Nestroyhof-Hamakom (Nestroyplatz 1, 1020 Wien) wieder in Sam’s Bar.

Ganz seiner historischen Tradition gemäß bietet das Etablissement seinen Gästen neben einer Bar an einem der schönsten Orte Wiens fünf Konzerte in intimer Atmosphäre mit außergewöhnlichen Musikerinnen und Musiker und unter dem Titel Sam’s Déjà-vu drei Abende zum Debattieren über bewegende Themen unserer Zeit.

Den diesjährigen Auftakt (3.12.) machen Shalosh, die verwurzelt im Jazz und improvisierter Musik einen eigenen Weg durch verschiedene Stile beschreiten. Nataša Mirković führt in das Innere der reichen Musiktraditionen Südosteuropas, bei Basalt mischen sich westliche Klänge mit syrischen Wurzeln, Die Strottern lassen auf das zarteste Wienerlied erklingen und das NewTrio um Peter Ponger spielt im Spannungsfeld von 20th Century Harmony, Standard und spontaner Improvisation, Jazz auf höchstem Niveau.

Sam’s Déjà-vu lädt an drei Sonntag Abenden (4., 11. und 18.12.) zu Gesprächen und Diskussion über aktuelle gesellschaftliche und politische Tendenzen. Musikalische Begleitung durch Soyka/Stirner. Mit: Robert Schindel, Sybille Summer, Frederic Lion u. a..

Sam’s Bar (c) Theater Nestroyhof Hamakom
Sam’s Bar (c) Theater Nestroyhof Hamakom

PROGRAMMÜBERSICHT

Sam’s Déjà-vu
4., 11. und 18. Dezember
Diskussionen und Gespräche mit Musik
Kuratiert von Frederic Lion

Sam plagt sich mit einem Déjà-vu der späten 1920er und frühen 1930er Jahre herum. Deshalb hat er beschlossen, an drei Sonntagabenden neben Walther Soyka und Karl Stirner, die das Gespräch auch musikalisch begleiten, interessante Diskutantinnen und Diskutanten in seine Bar einzuladen.

4. Dezember Die Demokratie ist Los
11. Dezember Die längste Krise des Jahrhunderts –Arbeitslosigkeit
18. Dezember Ein Gespenst geht um in Europa

Mit: Frederic Lion, Soyka/Stirner, Robert Schindel, Sibylle Summer und weiteren Gästen

Soyka/Stirner – Urwienerische Ethnomusik und Improvisation

Unerwartet spielerisch verbinden die beiden urwienerische Ethnomusik mit Improvisation. Diese eigenartige Zeitreise wirkt vielleicht auf manche wie ein Luftbad im Urschlamm der Hochromantik. Doch wer sich hineinhört, ganz einlässt aufs Ur- wie aufs Eigene, dem geht es dann so wie den Tönen beim Klingen: hin- und hergezaubert in die unzerteilte, endliche Zeit.

Walther Soyka – Knöpferlharmonika
Karl Stirner – Zither

Bild (c) Shalosh
Bild (c) Shalosh

3. Dezember
Eröffnung mit Shalosh (IL) – Progressives Genre sprengendes Jazztrio aus Tel Aviv und New York

Shalosh ist eine in New York und Tel Aviv beheimatete, Genre sprengende, akustisch progressive Raw Jazz Band, die seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „The Bell Garden“ international für Aufsehen sorgt. Trotz der klassischen Jazz Trio Formation und der Verwurzelung in Jazz und improvisierter Musik, beschreitet Shalosh einen eigenen Weg zwischen Rock, Klassik, Afrikanischer Musik und jener des mittleren Ostens. Die Bandmitglieder verbindet außerdem eine tiefe, langjährige Freundschaft, die in Shaloshs Konzerten stark zu spüren und zu hören ist.

Gadi Stern – Piano
David Michaeli – Bass
Matan Assayag – Schlagzeug

4. Dezember
Sam’s Déjà-vu: Die Demokratie ist Los

Am Wahlsonntag der Bundespräsidentenwahl wird der Frage nachgegangen, ob die Demokratie als Ultima Ratio einer freien Gesellschaftsordnung Bestand hat, ob sie als manipulatives, populistisches Mittel direkt in die Diktatur führt oder auch nur in deren Nähe. Gibt es Alternativen zur parlamentarischen Demokratie? Oder gilt es vielmehr, bestehende Modelle zu stärken und zu schützen. Wäre Platon’s Demarchie, bei der nur wenige Bürgerinnen und Bürger mit Losverfahren ausgesucht werden und dann stellvertretend für alle wählen, die Rettung der Demokratie?

Mit: Frederic Lion, Soyka/Stirner und weiteren Gästen (tbd)

9. Dezember
Nataša Mirković (BIH/AT) – Solo – Musikalische Reise in das Innere der reichen Musiktraditionen Südosteuropas

Nataša Mirković lädt uns einen Abend lang ein, in ihren ganz persönlichen Liederkosmos einzutreten und mit Lied- und Text-Miniaturen in all ihrer Zartheit, Intimität und Unmittelbarkeit in Berührung zu kommen. Eine musikalische Reise, die die Zuhörerinne und Zuhörer n in das Innere der reichen Musiktraditionen Südosteuropas führt.

Nataša Mirković – Vocals

10. Dezember
Basalt (SY) – Alternative Hoffnungsmusik aus Syrien

Alternative, Oriental, Blues und Rock sind die Begriffe mit denen Basalt ihre Musik beschreiben. Die Ballade „Bayet segheer“, die übersetzt „kleines Haus“ bedeutet, wurde im Frühjahr von Stefan Deisenberger aufgenommen. Die Lyrics hat Amjad Khaboura vor seiner Flucht aus Syrien zu schreiben begonnen, die Bassline via Skype gemeinsam mit Almonther Alshofi komponiert. In Wien haben die beiden die ebenfalls aus Syrien geflohene Sängerin Noor Al Khouri kennengelernt, die im Theater Nestroyhof–Hamakom bereits in „Bad Luck“ zu sehen war, und gemeinsam mit ihr die Band Basalt gegründet.
Amjad Khaboura über „Bayet segheer“: „Niemand weiß, ob das ein trauriger oder ein fröhlicher Song ist. Am Ende des Liedes lebt wieder die Hoffnung. Eigentlich habe ich den letzten Teil hier in Österreich geschrieben. Ohne diesen letzten Teil wäre es nur ein trauriger Song. Jetzt habe ich wieder Hoffnung.“

11. Dezember
Sam’s  Déjà-vu: Die längste Krise des Jahrhunderts – Arbeitslosigkeit

Die Weltwirtschaftskrise 1929, der Börsencrash und die sogenannte große Depression, die in Europa zu einer Arbeitslosenrate von bis zu 50 % geführt haben – sind sie vergleichbar mit der immer noch nicht
überwundenen Bankenkrise von 2007? Die heutigen europäischen Arbeitslosenzahlen lassen sich nicht verdrängen. Welche Ergebnisse liefern die als Infrastrukturpakete zusammengefassten Programme zu deren Senkung? Rund vier Milliarden Reichsmark pumpte die NS-Regierung in den Wirtschaftskreislauf – die dreifache Summe des gesamten industriellen Investitionsvolumens. Das Geld floss vor allem in den Siedlungsbau, in Autobahnen, in die Reichspost und Reichsbahn. Deutschland vermeldete erstmals 1936 Vollbeschäftigung. Am Ende stand der Krieg.

Musikalische Begleitung von Soyka/Stirner

16. Dezember
Die Strottern – Schönste Wienerlieder fürs Herz und den Verstand

Das Wienerlied ist in einem Schmelztiegel von Nationen entstanden. Das macht es so reich an musikalischen Einflüssen: Volksmusik, Theaterlied, französische Walzer, die Musik des Balkans. Die Strottern verarbeiten neben der Wiener Tradition zeitgenössische Musiksprachen wie Jazz, Pop und Weltmusik. Natürlich bildet der Walzer, der Puls der Stadt, das Fundament der meisten Strottern-Lieder. Mal im 3/4-Takt elegant tanzend, dann wieder trunken torkelnd, zielen Die Strottern mit ihren süffigen Melodien mitten ins Herz des Publikums.

Klemens Lendl – Geige, Gesang
David Müller – Gitarre, Gesang

17. Dezember
New Trio – Jazz auf höchstem Niveau

Das im letzten Jahr in Sam’s Bar erstmals zusammengefundene New Trio rund um den Pianisten Peter Ponger präsentiert auch in diesem Jahr Jazz auf höchstem Niveau im Spannungsfeld von 20th Century Harmony, Standard und spontaner Improvisation.

Peter Ponger – Piano
Peter Herbert – Bass
Judith Schwarz – Schlagzeug

18. Dezember
Sam’s Déjà-vu: Ein Gespenst geht um in Europa

Der erste Satz aus Marxs „Kommunistischem Manifest“ wurde 1948 als Bedrohung einer bestehenden Weltordnung aufgefasst, unter anderem wegen der darin angesprochenen Internationalisierung und Abschaffung des Nationalstaates. Die Wiederkehr des Nationalismus und der autoritäre Traum 2016 sind in ähnlichem Maße bedrohlich, da sie überwunden schienen. Aber für wen?

Mit: Robert Schindel, Sibylle Summer, Frederic Lion, Soyka/Stirner und weiteren Gästen (tbd)

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Theater Nestroyhof Hamakom
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