
Russkaja ist eine multikulturelle Band, wie sie im Buche steht. Rund um den russischen Sänger Georgij Makazaria scharren sich der ungarisch-britisch-österreichische Drummer Titus Vadon, die aus Deutschland stammende Geigerin Antonia-Alexa Georgiew, Bassist Dimytro Miller, Gitarrist Zebo Adam und die österreichische Bläserfraktion bestehend aus H.G. Gutternigg und Manfred Franzmeier. Mit ihrer kraftvollen Interpretation des Ska haben sich Russkaja mittlerweile zu den führenden Live-Bands in Österreich entwickelt. Natürlich hat die Rolle als Stageband in der Sendung “Willkommen Österreich” auch ihren Teil zur rasanten Steigerung des Bekanntheitsgrads der Combo beigetragen.
Zwei Jahre nach dem beeindruckenden und von allen Seiten hochgelobten Debütalbum “Kasatchok Superstar” folgte mit “Russian Voodoo” Ende 2010 der zweite Streich der bunt zusammengewürfelten Truppe. Wie schon auf dem Erstlingswerk liefern Russkaja erneut den Beweis, dass ein hoher Partyfaktor in der Musik nicht zwangsläufig im Widerspruch zu einem gewissen Qualitätsanspruch stehen muss. Stilistisch schöpft die siebenköpfige Formation erneut aus dem Vollen, Ska-Elemente treffen auf energetische Spielformen des Balkans, Polkarhythmen vereinigen sich mit lupenreiner Popmusik.
Wer diese Kulttruppe schon einmal auf der Bühne bewundern konnte, der weiß, welches Schauspiel da auf einen zukommt. Bewegungsverweigerung gibt es nicht. Egal in welchem Rahmen die Truppe auch spielen mag – ob es nun ein Konzert vor einer Handvoll Leute ist, oder ein Auftritt vor mehreren tausend begeisterten Festivalbesuchern – es gelingt ihnen ein jedes Mal den Funken überspringen zu lassen und das Publikum mit ihrer Show einfach mitzureißen. Nebenbei sei natürlich auch erwähnt, dass es sich bei den Mitgliedern der Combo durch die Bank um hervorragende MusikerInnen handelt, die ganz genau wissen, welche Schalter man zu bedienen hat, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Eigentlich ist es für Musikliebhaber Pflicht, diese Band einmal live gesehen zu haben. Sollte dies bis jetzt aber nicht der Fall sein, wird es höchste Zeit.(mt)
Foto: Niki Witoszynskyj