Rotterdam – Cambodia

Mit einer ganz eigenen Interpretation des Begriffs Techno wartet das Wiener Duo Rotterdam auf seinem Debütalbum „Cambodia“ (Everest Records) auf. Geboten wird Musik, die in keine stilistische Schublade so richtig reinpassen will. Susanne Amann und Michael Klauser agieren in ihren Tracks abseits des Herkömmlichen, des Bekannten und erschaffen, frei von jeglichem Scheuklappendenken, wunderbar atmosphärische Klangwelten. Erhältlich ist „Cambodia“ ab dem 28. Jänner.

Gut Ding braucht Weile, ein Motto, dass sich Susanne Amann (Cello, Flöte, Elektronik) und Michael Klauser (akustische Gitarre, Elektronik) mehr als nur zu Herzen genommen haben. Das Debütalbum des Wiener Zweiergespanns ist das Ergebnis eines zehn Jahre andauernden experimentellen Prozesses. Eine ganze Dekade hat das Duo einzig damit verbracht, sich auf die Suche nach dem idealen Sound zu begeben.

Wie es aussieht, sind Susanne Amann und Michael Klauser fündig geworden – und das abseits jeglicher Konventionen und herkömmlicher Stildefinitionen: Was auf dem Erstlingswerk vor allem betrieben wird, ist das Spiel mit Stimmungen. Hier regieren nicht große Melodien oder traditionelle Songarrangements. Vielmehr geht es um das Erzeugen von ständig pulsierenden Klangbildern, die ihre Spannung besonders aus der stetigen Verdichtung beziehen.

Rotterdam – Cool Bum Bum by mica

 

Die von Kassian Troyer gemischten und Stefan Betke (Scape) gemasterten Tracks sind durch die Bank sehr reduziert gehalten: Im Zusammenspiel mit minimalistischen Beats und sich ständig wiederholenden Loops und Samples entwickeln die instrumental eingespielten Klangmalereien mit fortlaufender Zeit eine ungemein hypnotische, ja tanzbare Wirkung. Rotterdam zelebrieren in ihrer Musik die Macht der Monotonie, die vermutlich nur selten zuvor so abwechslungsreich geklungen hat.

Mit „Cambodia“ liefert das Wiener Duo ein mehr als starkes Erstlingswerk ab. Es ist ein Stück Musik geworden, an dem Liebhaber unkonventioneller und experimenteller Klangwelten mit Sicherheit ihre Freude haben werden.
Michael Ternai

http://www.rotterdam.pl/
http://www.everestrecords.ch/