Etwas mehr als ein halbes Jahr nach seinem Solodebüt erscheint von ROTIEREN sein zweites Album „Nie Wieder“ (SISSI Records). Das Album lädt zu einer musikalischen Reise ein, die sich zwischen Unbehagen und Wohlbefinden hin und her bewegt und auch ohne klarer textlichen Komponente seine eigne Geschichte erzählt.
rotieren ist der gebürtige Kärntner Musiker Moritz Rauter. Seine Musik lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Auf seinem neuen Album „Nie Wieder“ dominieren Synthesizern und Drum-Machines und dennoch sind die anderen musikalische Einflüsse aus früheren Projekten vom Künstler hörbar. Vergleicht man aber das jetzige Album mit dem Debüt, ist ein starker Kontrast erkennbar. Statt eines rockigen Bandsounds mit Gitarren, Schlagzeug und Gesang im Vordergrund, ist auf dem neuen Album ein überwiegender Einsatz von rein elektronischen Klängen präsent. Die kurze Zeitspanne zwischen den beiden Alben zeigt die musikalische Vielfältigkeit und Wandelbarkeit von rotieren. Auf „Nie Wieder“ wird die textliche Ebene hinten angestellt, die Musik spricht weitgehend für sich selbst.
Mit „Nie Wieder“ erschafft rotieren eine musikalische Welt aus verzerrten Synthesizer-Klängen und vertrauten 808-Drumbeats. Dabei wird auf Überladung verzichtet. Stattdessen entsteht ein Teppich aus Sounds und Klängen, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht. Der allgemeine Sound des Albums ist dunkel und verträumt. Gleichzeitig geht es darum dieser Dunkelheit zu entkommen und Vergangenes hinter sich zu lassen. Es ist eine Einladung zum Verweilen und Nachdenken über die Themen, die uns alle im Alltag begleiten, wie Trauer, Trennung, aber auch die freudigen Seiten des Lebens.
Neben der Musik erzählen auch die Namen der Lieder ihre ganz eigene Geschichte. Es gibt deutsche, englische, lateinische und hebräische Songtitel. Was zunächst wie ein Wirrwarr aus verschiedenen Sprachen erscheint, ergibt beim genaueren Anhören der Lieder plötzlich Sinn. In Verbindung mit dem Albumtitel „Nie Wieder“ entsteht der Eindruck, dass es sich um einen Aufruf handelt, die kollektive Vergangenheit und Geschehnisse der Geschichte nicht zu vergessen und für die Zukunft bessere Wege zu wählen.
rotieren nimmt die Hörer:innen mit auf eine musikalische Reise von der dunklen Vergangenheit in eine hoffentlich hellere Zukunft. „Nie Wieder“ ist eine kreative Hommage an verschiedene Klangrichtungen und Soundelemente, bleibt sich selbst aber währenddessen immer treu. Ein Hörerlebnis für alle Fans von Synthesizern und jene die es noch werden wollen.
Ylva Hintersteiner
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