Reinhard-Schulz-Preis 2012 für zeitgenössische Musikpublizistik

In Erinnerung an den deutschen Musikwissenschaftler und Musikkritiker Reinhard Schulz (1950-2009) ruft die Kunstuniversität Graz gemeinsam mit hochrangigen Partnern den „Reinhard-Schulz-Preis für zeitgenössische Musikpublizistik“ ins Leben. Der Preis richtet sich an junge Publizistinnen und Publizisten, die der zeitgenössischen Musik besonderes Augenmerk zukommen lassen. Verliehen wird er erstmals im Rahmen des musikprotokolls im steirischen herbst 2012.

„Die Präsenz zeitgenössischer Musik ist im auf Mega-Events angelegten aktuellen Umfeld nicht gerade dominant – von Spezialfestivals und der einen oder anderen Rundfunksendung und von den riesigen Popularereignissen abgesehen. Aktuell geht Quantität vor Qualität. Folglich nimmt neue Musik auch in den medialen Kulturteilen zunehmend eine geringere Fläche ein, parallel zur abnehmenden Sprachbrisanz“, so der Juryvorsitzende, Musikjournalist Wolf Loeckle. „Da das alles von Menschen gemacht ist und wird, können Menschen an der Veränderung arbeiten. Nicht zuletzt da setzt der Preis für die Motivation sich steigernder Qualität im musikpublizistischen Umfeld an, ganz aktuell trimedial konzipiert. Angesprochen sind junge Publizistinnen und Publizisten. Zur Schärfung von Bewusstsein und zur Steigerung kreativer Potenziale – auf beiden Seiten der Theke, bei den Produzenten also und den Konsumenten, bei den Vermittlern und bei den Wahrnehmenden.“ Reinhard Schulz galt bis zu seinem Tod als einer der wichtigsten Musikkritiker im deutschsprachigen Raum und widmete sich insbesondere der zeitgenössischen Musik.

Im Gedenken an ihn und mit Blick auf die aktuelle journalistische Begleitung von Veranstaltungen mit Gegenwartsmusik wird daher ein Preis ins Leben gerufen, mit dem junge Musikjournalistinnen und -journalisten gefördert werden, die im Bereich Printmedien, Hörfunk, Film und Fernsehen sowie Online-Journalismus erkennbar und kompetent für die Belange der neuen Musik eintreten.

Vielseitige Publikationsmöglichkeiten

Der Preis richtet sich an deutschsprachige Musikpublizistinnen und -publizisten im Bereich der zeitgenössischen Musik, die das 32. Lebensjahr zur Einreichfrist am 31.03.2012 noch nicht vollendet haben. Das Preisgeld, zur Verfügung gestellt von der Forberg-Schneider-Stiftung, beträgt 3000 Euro, zudem werden vielseitige Publikationsmöglichkeiten in Kooperation mit folgenden Partnern angeboten: BRKlassik, Deutschlandfunk, Ö1, Neue Musikzeitung (nmz), Klangspuren Schwaz, Lucerne Festival, Donaueschinger Musiktage, Münchener Kammerorchester und Landesmusikrat Thüringen. Der Preis wird im Rahmen des steirischen herbstes (musikprotokoll) 2012 erstmals verliehen und soll alle zwei Jahre vergeben werden. Die Organisation hat die Kunstuniversität Graz inne.

In der Jury beraten Wolf Loeckle (ehem. Bayrischer Rundfunk, D, Juryvorsitz), Carolin Naujocks (Deutschlandradio, D), Jürgen Christ (Lernradio Karlsruhe, D), Eleonore Büning (Frankfurter Allgemeine Zeitung, D), Peter Hagmann (Neue Zürcher Zeitung, CH), Andreas Dorschel (KUG, A) und Johanna Doderer (Komponistin, A).