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PRIM – „Garnet Tales“

Ein instrumental klassisch aufgestelltes Jazztrio, das so rein gar nicht nach den musikalisch klassischen Regeln agiert und auf aufregende Weise eigene Akzente setzt – die junge Wiener Band PRIM praktiziert auf ihrem neuen Album „Garnet Tales“ (Alessa Records) einen von allen Konventionen losgelösten Jazzsound, der in bunten Klangfarben schimmert und sich in spannungsgeladene und ausgesprochen stimmungsvolle Stücke übersetzt. 

Cover Garnet Tales
Cover “Garnet Tales”

Hört man sich durch das Album von PRIM, wird eines schnell klar, dieses Trio ist nicht wirklich daran interessiert, den traditionellen Jazzpfad entlang zu schreiten. Felix Biller (Keyboards), Christoph Karas (Schlagzeug) und Martin Melzer (Bass) haben anderes im Sinn, sie biegen von diesem elegant ab und erzählen ausgesprochen ideenreich ihre eigene Geschichte. Die drei Musiker haben ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, den Klang den klassische Triobesetzung zu deuten, und wissen auch, diesen auf wirklich aufregende und zugleich ausgesprochen stimmungsvolle Weise in der Gegenwart zu verorten.

Jazz, der mitnimmt

PRIM interpretieren den Jazz mit einem leichten Klassik-Einschlag. Ihre Stücke sind der Ausdruck einer großen musikalischen Vielfalt, die sich in einem wunderbar melodiereichen Ton, der seinen Bogen auf ausgesprochen unterhaltsame Weise von einfacheren und leicht zugänglichen Formen bis hin zu experimentellen Ausbrüchen spannt, kennzeichnet. Der Sound pendelt auf „Garnet Tales“ unentwegt zwischen smoother Zurückhaltung und wilden Klangexperimenten und folgt musikalisch ebenso geradlinigen Groove wie auch komplexen Rhythmen, wodurch der Spannungsgehalt des Dargebotenen von den drei Musikern durchwegs hochgehalten wird.

PRIM legen mit „Garnet Tales“ ein Album vor, das wirklich Freude bereitet und aufgrund seiner musikalischen Breite nicht nur ausgewiesene Jazzliebhaber überzeugen dürfte. Die Nummern folgen diesem besonderen Klang, der einen mitnimmt und in das Geschehen eintauchen lässt.

Michael Ternai

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Alessa Records