Plan! Pop 09 in Deutschland

Auf Einladung der Initiative Musik GmbH waren am 22. und 23. Juni mehr als zweihundert Popförderer in Rostock, Mecklenburg-Vorpommern bei der ersten Bundesfachkonferenz “Plan! Pop 09” zu Gast. Zwei Tage lang beleuchteten und erörterten Experten den Stand und die Perspektiven der Förderung populärer Musik in Deutschland. Ebenfalls geladen war Peter Rantasa, der Geschäftsführer des mica-music austria.

Gegründet wurde die Initiative Musik GmbH im Jahre 2007. Ziel der Organisation ist es Musiker, Personen mit Migrationshintergrund und Musikunternehmen der Sparten Rock, Pop und Jazz zu fördern sowie populäre deutsche Musik im Ausland zu verbreiten. Sie ist eine Fördereinrichtung für die deutsche Musikwirtschaft. Insgesamt stehen der Initiative Fördergelder in Höhe von 2 Mio. EUR zur Verfügung, wobei sich auch die GEMA/GEMA-Stiftung und die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) am Budget beteiligen.

 

Ziel dieses ersten Kongresses war es, den Auf- und Ausbau der Popmusikförderstruktur zu fördern sowie die Darstellung der verschiedenen Förderarchitekturen anhand von Best-Practice-Beispielen. Diskutiert wurde zu Themen wie “Stärkung der Musikwirtschaft”, “Künstler- und Nachwuchsförderung”, “Exportförderung” und “Standortmarketing/Stadtentwicklung”. Da diesbezügliche Fragen nicht alleine auf Deutschland begrenzt sind, waren auch zahlreiche ExpertInnen aus dem Ausland zu dieser Veranstaltung geladen. Ein reger Ideenaustausch und Vermittlung von Erfahrungswerten sollten in der Planung gemeinsamer Projekte münden. Die Veranstaltung der Initiative Musik GmbH ist der Versuch über den eigenen nationalen Tellerrand hinauszublicken, um zu schauen, welche Art Förderprojekte anderswo umgesetzt werden.

 

Prof. Dieter Gorny, Aufsichtsratsvorsitzender der Initiative Musik, verwies gleich zu Beginn der Veranstaltung auf das breite Spektrum künstlerischer, kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Funktion populärer Musik: “Der Popmusik kommt eine wichtige Bedeutung zu. Sie transportiert Inhalte, Themen, Werte und Gefühle für junge Menschen. Sie ist ein tragender Kultur- und Wirtschaftsfaktor, wenn wir Deutschland als das Kreativland sehen und stärken wollen.” Das gilt natürlich für viele Länder. So auch für Österreich.

 

Die Diskussionen zeigten unter anderem, dass vor allem beim Aufbau des Künstlernachwuchses Handlungsbedarf besteht. Daher auch die Bitte an die staatlichen Institutionen wie Bund und Länder gerade hier Konzepte mit dem Ziel zu erarbeiten, welche die Kreativwirtschaft – als einen wichtigen wirtschaftlich wie kulturellen Faktor –  finanziell und infrastrukturell zu stärken.

 

Mit Peter Rantasa, dem Geschäftsführer des mica-music austria, war auch ein Vertreter der heimischen Musikszene nach Rostock geladen. Er referierte zum Thema Informationssyteme für die Musikbranche – Basis für Förderkonzeptionen und Marketing und versuchte die Rolle des mica-music austria als Drehscheibe und Informationsplattform innerhalb der österreichischen Musikszene herauszuarbeiten. Im Mittelpunkt dieses Themenblocks stand die Frage nach der richtigen Aufarbeitung von Informationen im Internet. Alleine eine Datenbank ins Netz zu stellen, reicht heute nicht mehr aus. Vielmehr muss man sich vernetzen, so genannte Wissensnetzwerke bilden, um auf diesem Wege die Potenziale der Branche zu bündeln.