
Der ruhige Opener – Elephants on Speed – lässt die Zuhörenden in weichen musikalischen Wogen wiegen und nimmt jenen roten Faden auf, welcher sich durch das gesamte Album zieht. Gleichsam auf einem Himmelbett erwachend, erreicht einen die sanfte Stimme Daniel Pabsts, mal clean, mal verhallend, mal gedoppelt, meist etwas nasal, unaufgeregt und schmeichelnd, ohne dabei in langweilige Durchgangskonsonanz abzurutschen. Pabst fordert, ohne auf erzwungene Schwere setzen zu müssen. Instrumentelle Klänge fügen sich wie Puzzelsteine in die leeren Stellen ein. Gitarrenfills überzeugen durch reduzierte Einfachheit, deren Wirkung emotional erreicht, was dem erzwungen Überfüllten fehlt. In der Begleitung lassen die Instrumentalstimmen sphärisch melancholische Atmosphären entstehen und den Hörenden ins Licht eintauchen.
Eine Singer Songwriter Veröffentlichung. Auf den erste und auf den dritten Blick. Dazwischen liegen musikalische Feinheiten, die gehört werden müssen, Intermezzi, die auf die technische Raffinesse der Erzeuger verweisen. Die Texte erzählen von der Liebe, dem Tod, aber auch der Hoffnung. Nicht das Schwarze, nicht die Melancholie drückt die Stimmung, sondern das Licht, die wärmenden Klänge heben das verbal Ausgedrückte auf eine parasprachliche Ebene, die abwechselnd zum träumen und nachdenken anregt. Ein rundes Werk, das sich wie ein wirkliches Album genießen lässt – in sich geschlossen und doch durch individuell herausragende Nummern überzeugend. Live zu hören gibt es Pabst bei der CD-Präsentation von “Full Of Light” am 19.7. im Wiener WUK.
Lucia Laggner
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Daniel Pabst