OLYMPIQUE – "Crystal Palace"

Es ist eines der meisterwarteten heimischen Indierock-Alben des Jahres. Zumindest haben OLYMPIQUE nichts unversucht gelassen, die Erwartungen an ihr Debüt stetig zu steigern. Die Vorboten in Form der Singles „The Reason I Came“ und „No Estate to Remind“ waren schon einmal richtig schöne Appetitanreger. Aber kann der Salzburger Dreier diese Qualität auch über ein ganzes Album halten? Eindeutig ja! “Crystal Palace” (Acoda / Sony Music) darf mit zum Besten gezählt werden, was hierzulande in den letzten Jahren im Indierock-Sektor veröffentlicht wurde.

Mit allzu großem Lob sollte man sparsam umgehen, aber die Begeisterung, die sich nach dem erstmaligen Durchhören des Erstlingswerks von Olympique einstellt, erlebt man nicht alle Tage. Klar, Fabian Woschnagg, Leo Scheichenost und Nino Ebner, die drei Köpfe hinter der Salzburger Formation, kochen ihr Indierock-Süppchen auch nur mit Wasser, die Art aber, mit der sie das tun, sticht hervor.

Olympique verstehen es, sich der großen Gesten des (Indie)Rock zu bedienen, ohne dabei in den üblichen klischeehaften Pathos abzurutschen. Ihre Musik ist erfrischend authentisch und ungekünstelt, was auch darauf zurückzuführen ist, dass sich die Band keine Sekunde gewillt zeigt, sich einem aktuell angesagten Sound anzunähern. Nein, Woschnagg und seine Kollegen haben ihre eigenen musikalischen Vorstellungen und übersetzen diese auf beeindruckende Weise in starke, lässige und vor allem wunderbar zeitlos erklingende Songs.

Herausragende Gesangsperformance von Fabian Woschnagg

Musikalisch bewegt sich das  Dreiergespann aus Salzburg gekonnt zwischen richtig schön flotten Rockern (“The Reason I Came” „Words Loose Their Lines“), fragilen und mit Blues angereicherten Balladen (“Face Down The Earth”) und fesselnden Popnummern mit Tiefgang („Lullaby“). Schlicht und einfach herausragend ist auch die gesangliche Performance des charismatischen Frontmanns Fabian Woschnagg, der sich mit rauer aber gefühlvoller und variabler Stimme durch die insgesamt elf sehr abwechslungsreichen Stücke singt und ein jedes zu einem wirklich wunderbar eindringlichen Hörerlebnis macht.

Mit „Crystal Palace“ setzen Olympique auf jeden Fall mehr als nur ein dickes Ausrufezeichen. Man muss kein Prophet sein, um sehen zu können, dass diese Band definitiv das Zeug dazu hat, in großem Stile zu reüssieren.

Michael Ternai

Foto Olympique © Matthias Heschl/Red Bull

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