Nominiert für den ersten Österreichischen Musikvideo Preis: "The Wheel" von S O H N

Erstmals vergibt in diesem Jahr die VIS – Vienna Interpendent Shorts in Kooperation mit Screensessions, poolinale und dem mica – music austria den Österreichischen Musikvideo Preis. Unter den Einreichungen findet sich auch das Video zu „The Wheel“ von S O H N.

Hinter S O H N versteckt sich einer, der nicht viel Preis gibt. Weder über seine Person und noch über die Intension seines musikalischen Schaffens. Sein Wahlwiener Dasein mag ebenso unwichtig sein, wie die Tatsache, dass er aus London kommt. Kompositionen über die Herkunft des Komponisten zu interpretieren ist eine alte Tradition der Musikkritik und -analyse, aber wohl immer eine, die waghalsige Inhalte hervorbringt, die weniger auszusagen vermögen als die Musik es tut. Auf die Musik Bezug nehmend, steht man vor etwas Besonderem, etwas Anderem, soviel lässt sich schon nach den ersten Takten sagen. The Wheel eröffnet mit modulierenden Stimmsequenzen, die zu einem beatähnlichen Gebilde zerteilt werden. Ihnen mischt sich eine männliche Singstimme bei, die den „eigenen“ Tot bekannt gibt. Nichts sei übrig, außer dem letzten Atemzug, auf Video festgehalten. Zwei Claps bereiten den Einstieg basslastiger Synthieflächen und klackender Perkussionselemente vor. Warme Klänge, die wie durch ein akustisches Milchglas an das Ohr gelangen, lassen den Rezipierenden in die wunderbar musikalische Welt von S O H N eintauchen.

Das Produzententrio zaubert ein Video hervor, das ebenso gut dem Inhalt eines Experimentalfilmprogramms entspringen könnte. Natur- und Industrieaufnahmen wechseln einander ab und treten gemeinsam in Erscheinung. Seen, Kugellager, Windmühlen, Wasserfälle bilden die Grundlage für das visuelle Arrangement, dessen Schnitte sich an den Sequenzgrenzen der Musik orientieren. So laufen maschinelle Gewinde künstlicher Weise in die falsche Richtung und am Ende des Tunnels blitzen Lichter stroboskopartig in die Dunkelheit. Das Video spiegelt die gleichermaßen weichen Klangfarben und abgehackten Beats des Songs wieder. „Reinventing the wheel“ bekundet die Stimme und auf der Bildfläche erscheinen Zug, U-Boot, Flugzeug und Rakete. Was bleibt ist ein mehr als gelungenes audio-visuelles Zusammenspiel, das durchaus Anspruch auf einzigartige Eigenheit erheben darf. Im positivsten Sinne.

Lucia Laggner

 

Vienna Independent Shorts

 

 

 

 

poolinale

 

 

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