Unter dem Titel „Wie wollen wir zusammenleben?“ startet der Wiener Musikverein am 1. Oktober eine neue Reihe von Künstler:innen-Gesprächen, die sich über die gesamte Saison verteilen. Das Anliegen der Gesprächsreihe ist, mit den Künstler:innen über ihre Erfahrungen und Perspektiven zu sprechen, wie ein konstruktives Miteinander mit Andersdenkenden möglich ist – trotz aller gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen und Spaltungen.
(Wien, 30.9.) Der Wiener Musikverein stellt seine Künstler:innen-Gespräche in der Saison 2024/25 erstmals unter ein gemeinsames Thema. Unter dem Titel „Wie wollen wir zusammenleben?“ soll im Anschluss an 35 Konzerte über das gesellschaftliche Miteinander in einer Zeit wachsender Konflikte diskutiert werden: Wie können wir mit Menschen zusammenleben, die anderer Meinung sind, die andere Haltungen vertreten, die andere Erfahrungen, Zugehörigkeiten, Identitäten haben? Wie geht Dialog mit Andersdenkenden?
Der Fokus der Gespräche liegt dabei nicht auf einfachen Lösungen (die es so wohl kaum geben kann), sondern auf Erfahrungen der Künstler:innen von gelungenem Zusammenleben sehr unterschiedlicher Menschen, Individuen oder Gruppen – sowohl im persönlichen Bereich als auch im beruflichen Umfeld in Form von musikalischen Projekten, die das konstruktive Miteinander trotz Spannungen im Blick haben.
Erster Gesprächsgast ist am 1. Oktober Autor Michael Köhlmeier, der von ORF-Journalistin Clarissa Stadler interviewt wird. Die Künstler:innen in der Gesprächsreihe sind (in chronologischer Reihenfolge):
Michael Köhlmeier, Max Simonischek, Elim Chan, Harri Stojka, Víkingur Ólafsson, Marie Jacquot, Glass Marcano, Die Strottern, Alma, Marin Alsop, Klaus Mäkelä, Yamen Saadi, Studierende der mdw, Petr Popelka, Riccardo Muti, Cornelius Obonya, András Schiff, Jörg Widmann, Antoine Tamestit, Rudolf Buchbinder, Federspiel, Julia Stemberger, Mitra Kotte, Gabriel Prokofiev, Daniel Froschauer, Iván Fischer, Jewgenij Kissin, Julian Rachlin, Patricia Aulitzky und Trio Frühstück, Corinna Harfouch, Michael Maertens, Lahav Shani, Matthias Kranebitter, Black Page Orchestra, Patrizia Ruthensteiner, Marino Formenti, Elīna Garanča, Patrizia Kopatchinskaya, Franz Welser-Möst, Matteo Haitzmann, Lorenzo Viotti.
Stephan Pauly, Intendant des Wiener Musikvereins: „Viele Menschen haben das Gefühl, dass das Zusammenleben in der Gesellschaft mit Menschen anderer Meinung schwieriger geworden ist. Diskussionen verhärten sich schnell, Brücken in Gesprächen werden nicht mehr überschritten, die gesellschaftlichen ‚Blasen‘ bleiben vor allem unter sich. Die letzten Jahre haben diese Entwicklung, so scheint es, verstärkt: Die Corona-Pandemie, der Klimawandel, der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, die enorm gestiegenen Kosten der Lebenshaltung und die Inflation, der Krieg in Israel und Gaza – all das hat starke Meinungen hervorgerufen, und oft kaum oder nicht mehr miteinander versöhnbare Positionen. Wie also können wir zusammenleben, trotz der Spannungen? In unserer Gesprächsreihe mit Künstler:innen soll ein Panorama zu diesem Thema entstehen: Aus vielfältigen, individuellen Einsichten, Beiträgen, Meinungen, Erfahrungen und Perspektiven der Künstler:innen.“
Nähere Infos unter: https://www.musikverein.at/gespraeche
