
… „ der Standard / die Unterlassung / die Voreinstellung / der Verzug / die Vorgabe / die Fahrlässigkeit / der Fehlwert / die Säumnis“
Die Begeisterung für das Schachspiel verband Duchamp mit Cage (und auch mit Beckett). Der Zufall interessierte sie auch sehr – Duchamp betrachtete ihn 1913, als er „Erratum Musical“ konzipierte, wohl als Mittel zur Befreiung, Cage einige Jahrzehnte später, als er mit den Orakelmünzen des I Ching seine Klänge erwürfelte, als Möglichkeit, zu überpersönlichen und damit vielleicht allgemein gültigen Lösungen zu gelangen. Noch später, in der Chaos-Theorie, konnte man den Zufall als in ihrer Komplexität unüberschaubare Konsequenz verstehen, ähnlich den unendlich vielen Zugkombinationen im Schach, für dessen komplexe Endspielsituationen Duchamp sein einziges Buch (L’opposition et les cases conjuguées sont réconciliées par / Opposition und Schwesternfelder sind versöhnt durch / Opposition and sister fields are reconsiled by Marcel Duchamp et Vitali Halberstadt, 1932) schrieb.
Ausgehend von den 75 Tönen des von Duchamp 1913 zufällig zusammen gefügten 3 Stimmen des „Erratum Musical“ entwickelt sich eine Partie à 4, unvorhersehbar aber konsequent. Nur so viel sei noch verraten: es gibt keine Verlierer.“ ….
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